Berlin ist die Stadt, in der auf jeder anständigen Privatparty ein DJ anwesend sein sollte. Um auch ohne Profiausrüstung den Abend musikalisch abwechslungsreich zu gestalten, bedienen sich nicht nur in der Hauptstadt immer mehr Menschen der Videoplattform Youtube.
Mit der „Youtubedisko“ kommt nun das passende Werkzeug. Das Tool gibt allen Freizeit-DJs eine nützliche Internetseite an die Hand, die es möglich macht, zwei Videos ineinander zu mischen und so eine Online-Simulation des tatsächlichen Auflegens bietet. Variierend mit der Stärke der Internetverbindung, wird es so möglich, mehr oder weniger sanfte, fließende Übergänge zwischen zwei Songs herzustellen.
Hinter dem Projekt stecken zwei kreative Berliner Köpfe. Neben dem DJ und Produktdesigner Hannes Füting ist Web-Entwickler Dennis Kather verantwortlich für den virtuellen Heimspiel-Plattenteller.
Globe-M: Wie ist die Idee entstanden, die „Youtubedisko“ zu programmieren?
Dennis Kather: Hannes hatte schon länger die Idee, zwei Youtube-Fenster in Einem zusammen zu fassen. Auf diversen Partys hatte er beobachtet, wie die Leute mit Youtube auflegen, sich aber immer wieder in den Browserfenstern verirren. Irgendwann hat er mir von der Idee erzählt und ich hatte gleich eine Vorstellung davon, wie das technisch umzusetzen wäre. Gemeinsam haben wir dann abgeschätzt, was wichtig und was eher unwichtig ist und so Schritt für Schritt die Umsetzung optimiert und verfeinert.
Globe-M: Wie sieht deiner Meinung nach der typische Nutzer der Youtubedisko aus?
Dennis Kather: Wir sind der Meinung, dass es erstmal fast allen musikinteressierten Menschen Spaß macht, Lieder ohne Unterbrechung ineinander übergehen zu lassen. Im Kopf hatten wir dabei den typischen Gastgeber einer Party, der selber aufzulegen möchte, aber kein professionelles Equipment zur Hand hat. Außerdem ist es auf jeder Party schön, nahezu jeden Wunsch erfüllen zu können. Derzeit arbeiten wir an einer Autoplay-Funktion mit der man die Party auch mal alleine weitergehen lassen kann und daran, weitere Musikplattformen in die Suchergebnisse einzubinden.
Globe-M: Habt ihr Verträge mit Youtube geschlossen oder ist das Projekt eher eine Guerilla-Aktion?
Dennis Kather: Das Projekt ist eine absolute Guerilla-Aktion, da wir in erster Linie selbst Bock auf ein solches Tool in guter Umsetzung hatten und auch gar nicht mit diesem Erfolg gerechnet haben. Wir haben nicht im Entferntesten daran gedacht, innerhalb so kurzer Zeit sogar einen eigenen Artikel auf der ARD-Webseite zu bekommen. Unglaublich! Wir müssen das jetzt erstmal mal auf uns zukommen lassen.
Globe-M: Euer Projekt hat einiges an Medienecho gefunden. Wie fühlt es sich an, wenn sogar Tageschau.de über einen berichtet?
Dennis Kather: Das ist ein einglaubliches Gefühl. Wir sind sehr stolz und überrascht. Mit diesem Medienecho haben wir nicht gerechnet. Jetzt wollen wir versuchen das Echo zu nutzen und das Projekt weiter voranzutreiben.
Weiterführende Informationen: Offizielle Homepage von Youtubedisko