Im eigenen Klang duschen

Barbara König am 18.01.2012

Was einst ein Geldinstitut war, ist jetzt Kunst- und Musiklounge. Mit der Klangdusche setzt „die Bank“ auf Innovation. Jeder Teilnehmer, egal ob Laie oder Musiker, darf sich selbst einbringen und mit Hilfe von Instrumenten oder der eigenen Stimme die Klangcollagen mitgestalten.

minimal art event konzept 

Die Dusche durch Klang berauscht gerade dann am meisten, wenn der Besucher ins kalte Wasser springt und ein ungewöhnliches Musikinstrument zur Hand nimmt. Die Verstärkung über Kopfhörer schult die Selbstwahrnehmung und die kindliche Neugier zur Klangerzeugung. Frei von finanziellen Einflüssen improvisieren Besucher gemeinsam mit anderen Interessenten an einem eigenen Musikwerk. Sie fordern sich selbst heraus und gehen über Grenzen: sei es kreischen, singen, oder einfach nur auf einem Schlagzeug trommeln, all das ist Teil der Kunst-Inszenierung.

Klangdusche als Kunstraum

Der Gründer Aki Friedrich veranstaltet die Klangdusche seit 2005 als akustischen Impro-Event. Sie ist kein Bandübungsraum und keine Jam, sondern ein Kunstraum, in dem Sensibilität und Neugierde gefragt sind. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Es werden wechselnde konventionelle als auch ungewohnte Musikinstrumente und DIY-Instrumente angeboten. Erfahrene Teilnehmer der Klangdusche unterstützen Anfänger. Aber auch der Klangdusche-Profi zeichnet sich nicht durch Perfektion, sondern durch Reaktions- und Spielfreudigkeit aus, die auch mit einschließt, sich im richtigen Moment zurück zu nehmen.

Künstlerisches Konzept

Die Klangdusche ist minimalistische Erlebniskunst und soll das Prinzip Kunst erklären, sowie den wahrnehmungstechnischen Unterschied klarmachen zwischen der anregenden Wirkung, wenn man sich auf Neues einlässt und der abschaltenden Wirkung beim Hören einer bekannten Musikkonserve. Sie bietet Musikern und Laien gleichermaßen die Chance, sich zugunsten des Miteinanders von unerreichbarer Professionalität oder passivem Konsumismus zu lösen. Jeder kann sich darauf verlassen nicht gegen seinen Willen öffentlich lächerlich gemacht zu werden. Aber „ohne eine kleine Verunsicherung zu spüren fehlt die emotionelle Grundlage für ein Abenteuer, oder ein aufbauendes Erlebnis des eigenen aktiven Geistes und der eigenen Phantasie“. So wird nicht die Genussbereitschaft, sondern die Erlebnisbereitschaft gesteigert.

Was geht?

Als technische Ausstattung verfügt die Klangdusche über Kopfhörer für bis zu sieben Teilnehmer einer Session. Jedes Instrument, sei es elektronisch oder akustisch, so wie Stimme und Geräusche werden über das Mischpult zusammengefasst und verstärkt. Dies bedeutet, man hört nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen Teilnehmer über die Kopfhörer. Ein PC mit Mehrkanalsoundkarte ermöglicht professionelle Aufnahmen und nachträgliches Abmischen. Auf diese Weise können zum Beispiel auch studentische Kurzfilme vertont oder anspruchsvolle Hörspiele produziert werden.

Die Bank

Was ein ehemaliges Geldinstitut war, ist heute „Die Bank“ - Bar, Club und eine Art Kunst Lounge mit den Schwerpunkten Musik und Kunst und den Genres Elektro und Alternativ. Neben lockerer Atmosphäre und moderaten Preisen bietet die außergewöhnliche Location unterschiedliche Events und wechselnde Ausstellungen - aktuell über Lichtbilder. DJ und Barkeeper haben den Bankier abgelöst. Nur eins hat sich nicht geändert, auch heute noch wandert das Geld über den Tresen - doch allein für Speisen und Getränke.

Weitere Informationen

Klangdusche 18.Januar, 2012 ab 20 Uhr

Die Bank Müllerstraße 42

80468 München

Tel.: 089/23684171

E-Mail: info@die-bank.com

 
 

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