James Rizzi gestorben

Roland Opschondek am 27.12.2011
Photograph 2006 by A. Lieventhal
Photograph 2006 by A. Lieventhal
Rizzi-Haus, Braunschweig. Foto: Phelyan Sanjoin
Rizzi-Haus, Braunschweig. Foto: Phelyan Sanjoin

Seine Bilder waren bekannt wie bunte Hunde und brachten Kunstkäufer dazu Geld für Dekoratives auszugeben: James Rizzi, einer der letzten Popart-Künstler, ist in der Nacht zum 27. Dezember in New York im Alter von 61 Jahren gestorben.

Knuddel-Künstler und Marketing-Maler

"James Rizzi wurde berühmt durch die von ihm entwickelten 3D-Papierskulpturen, deren kindlich-verspielte Figuren und leuchtende Farben zu seinem Markenzeichen wurden. So erwarb er sich eine große internationale Fangemeinde, quer durch alle Altersstufen und Bevölkerungsschichten." verlautbart sein deutscher Verlag in einem ersten Nachruf. "Bekannt wurde er ebenso durch die Umsetzung seines unverwechselbaren Stils auf verschiedenste Alltagsgegenstände – von den Rizzi-Briefmarken bis zum Rizzi-Haus, vom Rizzi-Puzzle bis zum Rizzi-Düsenjet, vom Rizzi-Porzellan bis zum Rizzi-Auto und der Rizzi-Bahn."

Be Friendly

Irgendwann ist also jeder einmal mit Rizzi-Mustern in Berührung gekommen. Immer zeigen sie die Welt, oder seine New Yorker Welt, von der bunten, der freundlichen Seite. Der Zugang zu ihnen ist wie zu einem Hawaihemd: man kauft es wegen dem bunten Durcheinander oder man sucht das Weite.

Beliebte Muster-Marken

Für Fans war es am einfachsten sich Briefmarken der Deutschen-Post-Serie Europa zu 55 Cent zu kaufen: vier Motive mit den Zeilen "Herzliche Grüße", "Herzlichen Glückwunsch" "Alles Gute" oder einfach "Danke". In ihrer schlichten Botschaft wird die Serie nur durch die berühmte "LOVE"-Marke der U.S.-Post übertroffen – kaufe Briefmarken und bewirke Gutes.

Buntesrepublik

Mit Deutschland verbanden den Künstler nicht nur Briefmarken. Die größte Schau seiner Werke fand 2008 in Mainz statt, und ähnlich wie Friedensreich Hundertwasser gelang es auch James Rizzi in einem historischen Stadtzentrum sein "Happy-Rizzi-House-Braunschweig" in fernsehfarbiger Buntheit zu bauen. Die Kulissen des Kinderkanals wirken dagegen blass, aber Bustouristen brauchen bunte Ziele.

Der äusserst erfolgreiche und produktive Künstler wünschte sich schon 2010 in einem dpa-Interview weniger Arbeitsbelastung, "aber die Nachfrage ist zu groß". Nun ist der gebürtige New Yorker, laut seinem Agenten Henry Welt, eines natürlichen Todes gestorben.