Kölner Klänge: Filmpalast

Bastian Küllenberg am 23.02.2010

Dirk Schilling ist ein Mann mit vielen Talenten. Das gebürtige Nordlicht ist seit vielen Jahren in Köln anssässig und höchst aktiv, um die Kulturszene seiner Wahlheimat zu bereichern. Filmpalast ist der Titel, unter dem Schilling verschiedene Projekte aus Musik, Fotografie und bildender Kunst vereint.

Kamera und Gitarre

Warum sich Musik und Kunst immer auf eine oder wenige Facetten spezialisieren oder beschränken soll, sieht dieser Herr nicht ein und so folgt Filmpalast unterschiedlichen Wegen, findet verschiedene Ausdrucksformen für verwandte Ideen. Da wären zum einen die elektronischen Anfänge des Projekts. 2001 und 2002 veröffentlichte Schilling über das Bristoler Label Hope Recordings EPs "I Want" und "Istanbul" in Großbritannien. Seine britische Homepageadresse ist ein Zeugnis jener Minimal Techno- und Trance-Tage. Ebenfalls in 2001 erschien zudem das Nebenprojekt Metropol auf dem Kompakt Sublabel Trapez.

Der Klang veränderte sich jedoch, so dass bald auf dem Album "Birth Of The Perfectly Known Stranger" reduzierte Akustikgitarre und vor allem die einnehmende Stimme des Künstlers im Mittelpunkt standen. Die Lieder umweht stellenweise die Morbidität eines Leonard Cohen, textlich zeigt sich Schilling jedoch oft hoffnungsfroh und grundsätzlich lebensbejahend. Aus Fehlern lernt man und Schaden macht klug, sofern man die richtigen Schlüsse zu ziehen vermag und nicht zu stolz ist, neue Gedanken zu fassen. Filmpalast verfolgt diesen Ansatz konsequent und so reiste der Songwriter in 2009 nach Spanien, um einige Monate auf der Farm einer Freundin zu verbringen, wo er neue Inspiration für ein weiteres Album fand.

Neben der Gitarre nutzt Filmpalast auch seine Kamera, um sich auszudrücken. Die fotografischen Werke wurden in der Vergangenheit vereinzelt in Bonn und Köln ausgestellt und sind über die Homepage zu betrachten.

Dialog erwünscht

Das Internet ist somit eine der wichtigsten Plattformen für den Vertrieb sowie den Kontakt mit Neugierigen und Fans. Die Profile bei Plattformen wie Myspace oder Facebook werden von Schilling persönlich und liebevoll betreut, der Austausch mit den Hörern ist höchst erwünscht. Doch am liebsten unterhält sich der Songwriter persönlich im Rahmen eines Konzerts mit seinem Publikum. Kein Wunder also, dass Filmpalast sehr regelmäßig in Deutschland unterwegs ist, um in Eckkneipen, Liveclubs und Wohnzimmern seine Kunst unter die Leute zu bringen.

Das Jahr 2010 steht ganz im Zeichen der Aufnahmen für ein neues Album. Gerade spielt Schilling reduzierte "Lagerfeuer"-Versionen alter Stücke ein, dann geht es auf Produzenten-Suche. Filmpalast bleibt in Bewegung.
 

mehr Infos: http://www.filmpalast.co.uk