Kölner Klänge: Lingby

Bastian Küllenberg am 25.03.2010
Fotos: Lingby
Fotos: Lingby

Dieses Quartet spielt abwechslungsreichen, oft ausufernden Indie Rock, der sich vor internationalen Vergleichen nicht scheuen muss. Veredelt werden Kompositionen, die sich im Kern um die klassische Bestetzung von Gitarre, Bass und Schlagzeug drehen, durch alte Synthesizer und ein gefühlvolles, atmosphärischisches Piano.

Vier junge Menschen haben einiges vor. Lingby bestehen aus Sängerin Judith Hess, die zudem am Klavier sitzt, Gitarrist Willi Dück sowie David Caspar am Schlagzeug und Bassist David Schütte. Hier haben sich leidenschaftliche Musiker getroffen, die trotz jungen Alters bereits lange in der Materie stecken.Dück spielte bereits in unzähligen Bands und tourte in den USA, Chile, Brasilien und der Türkei, während auch Judith Hess bereits mit acht Jahren anfing Klavier zu lernen.

Der innere Schelm

Bandfotos zeigen, dass diese Menschen neben ihren Instrumenten auch die Kunst der Selbstironie beherrschen. Der innere Schelm ist wichtig und durch ihn erhalten sich Lingby gerne den Spaß an der Sache. "Er ist allgegenwärtig und eilt uns voraus, manchmal können wir ihn winken sehen wenn wir in eine neue Stadt fahren und auf der Bühne flüstert er uns zu" weiß Gitarrist Willi Dück über den ständigen Begleiter zu erzählen.

Es passt ins Bild, dass die Musiker als Einflüsse so unterschiedliche Namen wie die experimentellen Klang - Künstler The Notwist und Sigur Ros, Indie Pop - Songwriter Sufjan Stevens, aber mit einem Augenzwinkern auch Peter Maffay und Roxette nennen. Willi Dück hat dazu eine plausible Erklärung parat: "Sufjan macht die wildesten Klimmbim-Dinge und dazu wahnsinnige Melodien und hat eine samt weiche Stimme, der Peter hat sieben Brücken und den Schmalz, The Notwist den Beat, Sigur Ros die hohe Stimme und viel Fantasie und Roxette die Attitüde - ist doch ganz einfach."

Ausgesuchte Konzerte daheim

Auch zum Thema Heimatgebundenheit und Live-Präsenz haben die Kölner eine Meinung: "Wer einmal Rhianna in den Schatten stellen will, sollte früh aufstehen. Man darf aber nicht zu oft spielen, sonst kommt niemand mehr. Aber gut ausgesuchte Konzerte daheim sind ein Spaß." Lingby sind eine Band, die in ihrer Heimat so langsam einen festen Status erspielt haben, sie sind gern gesehene Gäste bei der Cologne Music Week oder der Folk-Konzertreihe "Lagerfeuer Deluxe" im Studio 672.

Doch auch als Konsumenten weiß man, wo es hingehen soll. "Wir mögen das Gebäude 9 und das Motoki-Wohnzimmer. Außerdem gehen wir gerne ins Gloria, es ist aber etwas teuer da" verrät  Willi Dück die Lieblingslocations der Band.

Album für 2010 geplant

Im Sommer soll es wieder auf Tour gehen, erste Daten in Deutschland, Norwegen und den Niederlanden sind bereits bestätigt. Am liebsten hätte man dann bereits das Debütalbum im Gepäck. Die Aufnahmen dafür wurden Ende 2009 beendet, doch noch befinden sich die Lieder in der Produktion und werden final abgemischt. Interessierte Hörer müssen sich daher mit den bisher erschienenen EPs zufrieden geben, die jedoch bereits große Lust auf mehr machen.

mehr Infos: http://www.myspace.com/lingby