Play Again? Y/N

Jan Fischer am 03.03.2011
Nicht nur Donkey Kong weist den Weg. Link aus der "Zelda"-Serie auch. / Foto: Jan Fischer
Nicht nur Donkey Kong weist den Weg. Link aus der "Zelda"-Serie auch. / Foto: Jan Fischer
Grasgrüne Plastikpixel mit Joysticks / Foto: Jan Fischer
Grasgrüne Plastikpixel mit Joysticks / Foto: Jan Fischer
Asteroids! / Foto: Jan Fischer
Asteroids! / Foto: Jan Fischer
Painstation: Nicht nur Schmerz, sondern auch Spaß / Foto: Jan Fischer
Painstation: Nicht nur Schmerz, sondern auch Spaß / Foto: Jan Fischer

Computerspiele sind mittlerweile nicht nur im Alltag angekommen, sondern auch in der Kunst. Das Computerspiele Museum in Berlin feiert den digitalen Spieltrieb mit einer umfangreichen Austellung.

Nostalgieschreie

Donkey Kong weist den Weg. Gegenüber der U-Bahnstation Weberwiese thront er auf einem Baugerüst, erstarrt in der Haltung, die ihn 1981 berühmt gemacht hat: Er wirft Fässer in Richtung eines Klempners, der damals noch nicht Mario hieß, sondern Jumpman. Seitdem hat sich einiges getan in der Welt der Computerspiele: Es gibt wohl kaum ein Medium, dass so schnell so viele Entwicklungssstufen durchlaufen hat. Die dieses Jahr eröffnete Daueraustellung „Computerspiele. Evolution eines Mediums“ beweist das eindrucksvoll bereits am Anfang, wo Spielekonsolen der letzten 20 Jahre aufgereiht in Vitrinen stehen: Den Besuchern entlockt der Nintendo64 von 1996 unverhohlene Nostalgieschreie, ganz zu schweigen von Klassikern wie dem C64.

Selber erleben

Die Konsolen sind im Computerspielmuseum aber auch so ziemlich das Einzige, was hinter Glas steht: Es gibt zwar auch einiges an Text an den Wänden, aber die Ausstellungsstücke sind vor allem dazu gedacht, die grasgrüne Plastikpixelwelt selbst zu erleben. Videos aus allen Jahrzehnten der Spielkultur sind mit Joysticks ansteuerbar, zum Selberspielen gibt es Arcade-Spiele aus den 80ern wie Asteroids oder Space Invaders, eine Wii, und als besonderes Prunkstück einen seltenen Poly-Play-Automaten, der Spiele wie „Hirschjagd“ anbietet, die Antwort der DDR auf den Arcade-Spiele-Boom der 80er Jahre. Eine ganz besondere körperliche Erfahrung und eine interessante Variante der neueren, körpergesteuerten Konsolen wie der Wii oder der Kinect ist die vom Künsterkolletiv „//////////fur//// art entertainment interfaces“ entworfene „Painstation“, die auf dem Spiel Pong basiert, aber jeden Fehler des Spielers mit Hitze, Elektroschocks oder Peitschenhieben bestraft.

Feier des digitalen Spieltriebs

Auf großartige Diskussion über das für und wider jeder Art von Computerspielen lässt sich sich die Austellung „Computerspiele. Evolution eines Mediums“ nicht ein – sie stellt die Entwicklung von der Frühzeit der digitalen Spiele bis heute dar, und zeigt auf, wie schnell und unaufhaltsam die Computerspiele in jeder Form in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, wie sehr sie sich vom Spielzeug für Eingeweihte bis hin zu den heutigen Casual Games für jedermann wie „Farmville“ entwickelt haben. Die Ausstellung feiert Computerspiele nicht per se – sondern den menschlichen Spieltrieb, der diese rasante Entwicklung erst ermöglichte. Und sie lässt für die Zukunft einige heute unvorstellbare Weiterentwicklungen erwarten.

Weitere Informationen

Offizielle Homepage Computerspiele Museum