Die „Brause“ in Düsseldorf ist der kleinste Konzertraum der Stadt. Doch sie hat alles, was man für ein Konzert braucht – einen tollen Sound und unglaublich viel Charme. Ein Raum wie geschaffen für Snailhouse.
Snailhouse, das ist eigentlich der kanadische Singer-/Songwriter Mike Feuerstack. Der mit dem „Juno-Award“ ausgezeichnete Musiker arbeitete in den vergangenen Jahren mit Musikern wie Julie Doiron oder Bell Orchestra zusammen. Sein Stellenwert für die kanadische Musikszene wird hierzulande etwas unterschätzt, so dass er es bis heute nicht geschafft hat, über den heiß gehandelten Insider-Tipp hinaus zu kommen.
Kanada, Island und zwei mal Göttingen
Das soll sich nun ändern. Zusammen mit seinen beiden sympathischen Wegbegleitern Mike Belyea und Kyle Cunjak ist Feuerstack seit fast vier Wochen auf Europatour. Von Kanada flog das Trio nach Island, um dort beim Airwaves-Festival aufzutreten. Über London, wo die Band drei Konzerte spielte, ging es nach Deutschland, wo sie durch ständiges Touren eine gewisse „Fan-Base“ aufbauen konnte. Und so mussten Snailhouse in Göttingen einen ihrer wenigen freien Tage opfern und an zwei Tagen hintereinander auftreten. Der Pools Club war am ersten Tag so voll, dass nicht genügend Platz für alle Besucher war, und deshalb kurzer Hand ein Zusatzkonzert vereinbart wurde.
Am 9. November 2010 machte die Band in der Brause in Düsseldorf halt. Von außen sieht dieser kleine Club aus, als ob keine 15 Zuschauer hineinpassen würden. Pünktlich um 21 Uhr ist der Raum bis hinter die Bar voll mit Menschen, die die Nordamerikaner sehen wollen. Und keiner der Gäste dürfte es bereut haben. Vor allem die Songs vom 2008er Album „Lies On Prize“ überzeugten das Publikum. Als Vorgeschmack auf das im kommenden Jahr erscheinende Album „Sentimental Gentleman“ (Mi Amante Records), spielten die drei Musiker außerdem den gleichnamigen Titeltrack und einen weiteren Song namens „Clean Water“. Beide Songs lassen Großes erwarten.
Auf dem Sprung ist vor dem Erfolg
Nach einer Stunde ist das Konzert bereits zu Ende. Die Lärmschutzbestimmungen in Düsseldorf-Bilk müssen auf die Minute genau eingehalten werden, da es hier einige Nachbarn gibt, die es mit der 22 Uhr-Regelung ganz genau nehmen. So fällt die geforderte Zugabe etwas kürzer als geplant aus. Die Musiker sind darüber aber nicht wirklich enttäuscht. Nach 25 Konzerten in vier Wochen merkt man den Kanadiern die Strapazen langsam an.
Man kann nur hoffen, dass sich diese Anstrengungen irgendwann auch lohnen. Verdient hätten es Snailhouse auf jeden Fall. Mit ihrer Mischung aus ehrlichen Texten, großartigen Arrangements und der markanten Stimme Feuerstacks gehören sie sicherlich zu den besten Bands Kanadas. Aber leider setzt sich Qualität nicht immer durch, ein bisschen Glück gehört häufig auch dazu.
Weiterführende Links:
Offizielle Homepage der Band
Offizielle Homepage des Labels
Fotos: Wladislawa Werth