Tanztriologie

Barbara König am 01.02.2012

Jenseits des klassischen Balletts sucht das Bayerische Staatsballett neue Ausdrucksformen bei seiner ersten diesjährigen Premiere im Prinzregententheater: mit dabei Tanzstücke von Kenneth MacMillan, Russell Maliphan und Simone Sandroni.

Tradition und Moderne vereint

Mit drei Choreographen, drei Komponisten und vier Tanzstücken ist der Abend dicht besetzt. Die zeitgenössischen Stücke: Das Mädchen und der Messerwerfer, AfterLight, Broken Fall, Las Hermanas fungieren dabei als Uraufführungen, deutsche Erstaufführungen und Premieren an einem Abend. Begleitend wird Musik von 48nord, Gnossiens 1-4 von Eric Satie, eingespielt von Dustin Gledhill sowie Frank Martins Konzert für Cembalo und kleines Orchester zu hören sein.

Simone Sandronis

Sandroni gehört zu den Choreographen, die sowohl für die freie Szene als auch für klassische Ensembles choreographieren. Sein Stil ist von Kampftechniken beeinflusst: schnell, physisch betont und in ständiger Alarmbereitschaft. Diesem Prinzip aus Reaktion und Gegenreaktion kommt das Thema des Gedichtzyklus "Das Mädchen und der Messerwerfer" von Wolf Wondratschek aus dem Jahr 1997 entgegen. Ein Mädchen, verloren, aber selbstbewusst und stolz, vertraut einem Mann, der jeden Abend die Messer auf sie wirft, ihr Leben an, was die Spannung und Intensität ihrer Beziehung verstärkt.

Russel Maliphant

Eine klassische Ausbildung an der Royal Ballet School in London und sein Studium zeitgenössischer Tanzformen prägen den Stil des englischen Choreographen Russell Maliphant. Aus einer Zusammenarbeit mit dem Weltstar Silvie Guillem entstand das Trio "Broken Fall", welches Tradition und Avantgarde miteinander vereint. Das ebenfalls gezeigte Solo „After Light“ entwickelte Maliphant aus einer Auseinandersetzung mit dem Ballets Russes und der Person Nijinskys. Außerdem studierte er Anatomie, Physiologie und Biomechanik und setzte sich mit der Rolfing Method of Structural Integration auseinander, was ihn in seiner Arbeit als Tanzpädagoge und Choreograph bereichert.

Kenneth MacMillan

Kenneth MacMillans Ballett Las Hermanas entstand 1963, als er Lorcas Bernarda Albas Haus in 25 Minuten konzentriertesten Tanz übersetzte. Der englische Choreograph erweitert dabei die Ausdrucks- und Bewegungsmöglichkeiten des klassischen Balletts und formt beklemmend das in die Katastrophe führende Geschehen. Kenneth MacMillan absolvierte seine Ballettausbildung bei Phyllis Adams in Great Yarmouth und ab 1945, an der Sadler's Wells, der heutigen Royal Ballet School in London. Außerdem ist er als Theaterregisseur tätig und wurde 1983 zum Knight of the British Empire geadelt.

Weitere Informationen

Das Mädchen und der Messerwerfer, AfterLight, Las Hermanas 01. und 02. Februar 2012
Prinzregententheater Prinzregentenplatz 12 81675 München
Tel.: (089) 2185-2899 E-Mail: info@prinzregententheater.de

 
 

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