Wunderblumen

globe-M am 07.12.2009
Skadi Engeln
Skadi Engeln
Manfred Heinze
Manfred Heinze
Teresa Casanueva
Teresa Casanueva
Katrin Günther
Katrin Günther
Christine Sophie Bloess
Christine Sophie Bloess
Christine Keruth
Christine Keruth
Erst aus der Zusammenarbeit aller entsteht eine Produzentengalerie.
Erst aus der Zusammenarbeit aller entsteht eine Produzentengalerie.
Die Galerie Frenhofer in der Friedrichstraße
Die Galerie Frenhofer in der Friedrichstraße

Politische Bezüge finden sich immer wieder in aktuellen Ausstellungen, aber so direkt wie hier sind sie selten. Manfred Heinzes "Global Real Estate Crisis" spiegelt offen einen verhängnisvollen Zug unserer Mentalität. Wer will, darf sich einen 50x50cm großen Offsetdruck mitnehmen. Die Krise wird verschenkt. Birgit Rüberg stickt altmodisch moralische Sprüche auf Servietten: "Spare, lerne, leiste was". Das hören wir in unseren modernen Medien noch immer. 

So unromantisch bleibt es nicht. In klaren, farbigen Pinselzügen abstrahierte Landschaften von Skadi Engeln und winzige feine Hydrographien von Thomas Michel stecken das Terrain dieser Ausstellung ab. Überall finden wie Motive aus der Natur: Florale Elemente in den Abstrakten Werken Teresa Casanuevas, konkrete Landschaften in den Bildern erdachter Häuser, die Katrin Günther zeigt. Christine Keruth malt mit satter Farbe bewegte plastische Bilder, die Landschaft assoziieren lassen. Überall lädt die Ausstellung zur Versenkung in abstrakte Muster ein. Wir erahnen die Natur in den leuchtenden Farben, fließenden Übergängen und unbestimmten Konturen.

Neun Künstlerinnen bzw. Künstler haben sich hier zusammengefunden. Sie tragen im Verein die Galerie und haben ein Interesse an der Entwicklung des Stadtteils. Die Kunstszene beginnt sich auch hier weiter auszubreiten, es gibt Arbeitsraum für Kunst, der erschlossen werden kann. Die Galerie liegt in der unteren Friedrichstraße gegenüber dem ehemaligen Blumengroßmarkt, der als Ort der Berliner Kunsthalle im Gespräch war. Ein Teil des Geländes zwischen Friedrich- und Wilhelmstraße ist bereits an das Jüdische Museum verkauft. Der übrige Teil ist noch ungenutzt, und so besteht noch die Chance, dass sich dort doch noch Kunstprojekte ansiedeln können. Um diese Chance kämpft die "Initiative Kunsthalle" (http://www.berliner-kunsthalle.de). Pressesprecher Florian Schmidt informierte in seiner Eröffnungsrede über die gegenwärtige Lage.

 

Bei den Hydrographien handelt es sich übrigens um 2x3cm große Stücke klarer Folie. Thomas Michel träufelt gefärbtes Wasser auf diese Folien. Das Wasser verdunstet, zurück bleiben farbige Muster, die von Staub und Kratzern gestört sind. In der Ausstellung sind sie als fotografische Vergrößerungen zu sehen.

- Jens Schünemann

 

Wunderblumen - Bye-Bye Blumengroßmarkt

Christine Sophie Bloess

Teresa Casanueva

Skadi Engeln

Thorsten Frank

Katrin Günther

Manfred Heinze

Christine Keruth

Thomas Michel

Birgit Rüberg

5.12.2009 bis 2.1.2010

Dienstag bis Freitag 14-18 Uhr, Samstag 12-16 Uhr

 

Galerie Frenhofer

Friedrichstraße 232

10969 Berlin