David Winter steht seit seiner Kindheit vor der Kamera. Er spielte Hauptrollen in Theater, Fernsehen und Kino. Zuletzt war Winter in dem hochgelobten Kinofilm „ Adams Ende“ von Richard Wilhelmer zu sehen. Das Multitalent macht nicht nur Musik, sondern arbeitet auch hinter der Kamera: Neben selbstproduzierten Kurzfilmen und Musikvideos bereitet er gerade seinen ersten Langfilm als Regisseur vor. globe-M traf den charmanten Schauspieler inmitten des Berlinaletrubels.
globe-M: Berlinale oder Cannes?
David Winter: (Lachend) Berlinale, natürlich.
globe-M: Was ist das Besondere an der Berlinale gegenüber anderen Filmfesten?
David Winter: Sie findet im arktischen Winter statt, weshalb die Leute schnell auf irgendwelchen Empfängen verschwinden. Außerdem ist sie das größte Publikumsfestival, auf vielen anderen Filmfesten kann man die Tickets nicht einfach kaufen.
globe-M: Welche Inspiration gibt Dir die Berlinale?
David Winter: Ich bereite momentan meinen ersten Langfilm als Regisseur vor, für den ich mir natürlich auch einen solchen Rahmen wünsche. Sie fungiert also wie jedes große Festival als Anreiz für mich, meine zukünftigen Filme dort auch zu platzieren.
globe-M: Wann warst du das erste mal auf der Berlinale?
David Winter: 1996, es war bitter kalt und die Heckscheibe des Citroen, mit dem wir nach Berlin gefahren sind, ist geplatzt.
globe-M: Wie hat sich die Berlinale im laufe der Jahre für dich verändert?
David Winter: (Schmunzelnd) Ich werde offiziell zu den Veranstaltungen eingeladen.
globe-M: Worin liegt deiner Meinung nach der Unterschied, als Schauspieler auf der Berlinale unterwegs zu sein im Vergleich zu einem „normalen“ Besucher?
David Winter: Ich denke, es ist ein völlig unterschiedliches Berlinale-Erlebnis. Welches davon schöner ist, sei dahin gestellt. Auch wenn sich das bescheuert anhört, es ist auch Arbeit für einen Filmschaffenden: Man muss gut aussehen, Smalltalk halten und sich präsentieren, wobei ich dabei nicht der Talentierteste bin. Für einen Filmbegeisterten bedeutet es, unglaublich viele Filme sehen zu können, die man in Deutschland wahrscheinlich nicht mehr im Kino sehen kann. Und wenn man Glück hat ein Foto mit Angelina Jolie.
globe-M: Die Berlinale steht dieses Jahr im Zeichen der Umbrüche: Viele Filme behandeln den arabischen Frühling oder andere politische Ereignisse – für wie wichtig hältst du das?
David Winter: Die Berlinale war schon immer sehr politisch. Filme sind der Spiegel der Kultur und des Landes, in dem sie entstehen. Ich halte es für die Aufgabe des Künstlers diese wahrzunehmen.
globe-M: Auf welchen Film freust du dich am meisten?
David Winter: „Iron Sky“
globe-M: Was würdest du an der Berlinale ändern, wenn du könntest?
David Winter: Die Jahreszeit.
globe-M: Wo ist der spannendste Ort während der Berlinale?
David Winter: Die kleinen Premieren und ihre Partys finde ich am spannendsten. Weil Leute aus der ganzen Welt zusammen kommen, die geile Filme machen.
globe-M: Bevorzugst du Blockbuster, Indiefilme oder Dokumentarfilme?
David Winter: Eine gesunde Mischung: Blockbuster-Popcornkino finde ich super. Für Indiefilme oder Dokumentationen braucht man einen guten Filter. Das kann ein Filmfestival sein, aber auch Freunde, Bekannte oder das Internet.
globe-M: Filter, inwiefern?
David Winter: Zum Beispiel: Die Jury kriegt 2000 Einreichungen, es kommen aber nur 100 Filme auf’s Festival.
globe-M: Was kann man auf der Berlinale gut beobachten?
David Winter: (lachend) Junge Schauspielerinnen.
globe-M: Vielen Dank für das Gespräch
Das Interview führte Paula Birnbaum.
Foto: Matthias David
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