Berlinale ehrt Dolby

Dass Filme auch zu beeindruckenden akustischen Erlebnissen werden, liegt an der „Dolby Surround“ Technologie – das erfährt der Zuschauer in fast jedem Abspann. Dass „Dolby“ der Name ihres Erfinders ist, wissen dagegen nur wenige.

Im Weltall gibt es keine Geräusche, da es keine Luft gibt, die die Schallwellen übertragen kann. Und wenn schon! Ohne dröhnende Explosionen und krachende Feuergefechte wäre „Krieg der Sterne“ nur halb so gut. Als George Lucas 1977 die erste Episode seiner Trilogie herausbrachte, griff er auf die neueste Technologie „Dolby Stereo“ zurück. Das neue Tonformat revolutionierte den Raumklang und trug einen großen Teil dazu bei, dass Geräusche zur entscheidenden Komponente filmischer Ästhetik wurden.

Technologie für die Gesamtwahrnehmung

Durch die Installation mehrerer Lautsprecher und die Einführung der Vierkanaltechnologie, was sehr schnell zum akustischen Kinostandard weltweit wurde, hat der Zuschauer das Gefühl, hautnah dabei zu sein. Es folgte der „Dolby Digital Surround Sound“, der mit der Einführung der DVD auch zum Standard für den Heimkino-Ton wurde.

Das revolutionäre Soundsystem trägt den Namen seines Erfinders: Ray Dolby führte seine erste „Surround Sound“ Technologie1975 ein. Seit den 1960er Jahren arbeitete er an der Verbesserung der Tonträger und gründete 1965 in England die Firma „Dolby Laboratories“, als er eine einfache Idee hatte, wie man das Problem des Rauschens bei Audiokassetten lösen könne. Dies war die Geburtsstunde der Dolby A-Rauschunterdrückung für professionelle Tonaufnahmen, der drei Jahre später Dolby B für den privaten Gebrauch folgte. In den 1970er Jahren lenkte Ray Dolby den Fokus des Unternehmens, das zu diesem Zeitpunkt in die USA verlagert wurde, auf das Kino.

Ehrung eines großen Erfinders

Mit der Erfindung des „Dolby Surround“, durch die Ray Dolby zum Milliardär machte, veränderte sich das Unterhaltungserlebnis des Films entscheidend. Für seine Arbeit und seine Verdienste um die Filmindustrie wurde er 1989 mit dem Oscar ausgezeichnet. 2003 erhielt er den Emmy für sein Lebenswerk. Bei den diesjährigen 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin wird Ray Dolby als einer der bedeutendsten technischen Erfinder der Filmindustrie mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.

Die Berlinale Kamera, ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst und Feinmechanik, das aus 128 Einzelteilen besteht und einer realen Kamera nachempfunden ist, wird dem 79-jährigen Ray Dolby am 16. Februar 2012 übergeben.
 

Expertenstimmen Archiv