Prutha Raithatha ist die Autorin von Don’t Shoe Me, einem experimentellen New Yorker Style Blog. Sie kreiert Geschichten und lässt unkonventionelle Modestrecken entstehen, die sozio-kulturelle Relevanz haben.
In einer ihrer neuesten Strecken “May the Gods be with you. Period.”, kritisiert sie allein durch die Inszenierung von Kleidung und Körper die hinduistische Tradition, Frauen während ihrer Periode vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen.
Bei einem Glas Glühwein verriet sie globe-M, wer und was sie inspiriert, wer ihre Lieblingsdesigner sind, wo sie in der New York gerne ausgeht und welche anderen Blogs sie liest.
globe-M: Wann und warum hast du mit dem Bloggen begonnen?
Prutha Raithatha: Ich habe meinen Blog im Januar 2009 gegründet, weil ich mich kreativ ausdrücken wollte, und mein Job - ich bin Archtiketin - das für mich nicht komplett erfüllt hat. Mode ist meine Leidenschaft und ich wollte durch sie Geschichten erzählen.
globe-M: Dein Blog ist sehr speziell. Würdest Du ihn als einen Nischenblog bezeichnen?
Prutha Raithatha: Absolut. Ich experimentiere viel mit meiner persönlichen Kleidung und betrachte den Blog mehr als einen Styling-Job, anstatt nur schöne Bilder von schönen Klamotten zu zeigen. Ich versuche, ehrlich gesagt, so gut ich kann, eben nicht trendy zu sein. Ich will nicht zeigen, was alle anderen tragen, sondern so experimentell sein wie nur möglich.
globe-M: Wer inspiriert Dich?
Prutha Raithatha: Fantasien und Chaos inspirieren mich. Jeder und Alles, was in mir starke Emotionen auslösen kann, kann als Inspiration für einen neuen Blogeintrag dienen.
globe-M: Was unterscheidet Dich von den Tausenden anderen Blogs?
Prutha Raithatha: Mein Blog ist ein Buch voller Geschichten und Konzepte: Kunst, Mode, Street Fashion, das alles fließt mit ein. Meine Geschichten drehen sich immer um eine starke Idee. Ich stecke viel Energie in die Suche nach Locations, den richtigen Posen, den Layouts, der Storyline, ich experimentiere auch mit der Fotografie und der Post-Production. Deshalb werden die Shoots so verrückt, divers und künstlerisch. Wenn ich Leute auf der Straße fotografiere, dann nicht diejenigen, die trendy sind, sondern die, die experimentieren. Eines Tages würde ich gerne als Stylist für Magazine arbeiten, und Don’t Shoe Me ist meine Art, dafür zu üben.
globe-M: Du wurdest in Indien geboren und bist dort aufgewachsen. Wie beeinflusst Dich Deine Herkunft?
Prutha Raithatha: Ich habe starke indische Wurzeln. Ich trage das Bindi in allen Farben, es ist mein Erkennungszeichen in der Modebranche geworden. Ich finde es sehr cool und ich integriere es in meine ansonsten westliche Art, mich zu kleiden. Ich kombiniere auch andere Dinge aus meinem Heimatland in meine Outfits, allerdings ist das eher modisch als traditionell zu sehen. Meine Liebe zu Farben kommt sicherlich auch von meiner indischen Herkunft. Ich bin definitiv keine typische New Yorkerin, die die ganze Zeit in schwarz gekleidet ist.
globe-M: Wie versuchst Du, in der Blogger-Szene relevant zu bleiben?
Prutha Raithatha: Das kümmert mich überhaupt nicht. Relevanz ist nicht mein Ziel. Mein Blog ist mein Ort, an dem ich mich kreativ austoben und Spaß haben kann. Ich kann ohne Druck von außen all das ausdrücken, was in meinem Kopf vorgeht, ohne dabei gut oder relevant für andere sein zu müssen. Wenn das, was dabei heraus kommt, anderen gefällt und sie es sehen wollen, dann ist das toll. Ich denke, dass meine Relevanz, wenn man es so nennen will, daher kommt, dass ich originell und experimentell bleibe und jedes Mal meine Grenzen ein bisschen weiter austeste.
globe-M: Was machst Du wenn Du eine Nacht frei hast?
Prutha Raithatha: Nie das Gleiche. Ich gehe gerne in die Brooklyn Bowl oder ins Bell House um Live Music anzuhören. Ich sehe mir auch gerne Indie Filme an, mindestens einen pro Woche. Abgesehen davon kann eine Nacht Ping Pong spielen beinhalten, Bar Hopping oder Indisch essen gehen im Village.
globe-M: Wer ist Dein Lieblingsdesigner?
Prutha Raithatha: Da gibt es viele: Manish Arora, Yohji Yamamoto, Rick Owens, Sabyasachi Mukherjee, Comme des Garcons, Falguni and Shane Peacock, KTZ und noch mehr.
globe-M: Und zum Schluss: Welche anderen Blogs liest Du?
Prutha Raithatha: Ich liebe den Blog von Miss Fitz, einer in Brooklyn lebenden Australischen Stylistin und Designerin. Außerdem mag ich den Facehunter und Street FSN. Es ist schwer, meine Lieblingsblogs rauszupicken, weil ich so viele lese. Tavi ist auch immer noch eine meiner Lieblingsbloggerinnen, und ich liebe die Herangehensweise von Susie Bubble – obwohl ich es hasse, dass sie immer die Dinge, die ich wirklich, wirklich haben will, vor mir hat.
globe-M: Danke, Prutha!