Blogger im Interview: Grease and Glamour

Jinna Yang, Grease and Glamour

Jinna Yang ist die Autorin von Grease & Glamour, einem in New York ansässigen Blog, der so ambivalent ist, wie die Stadt selbst. Im Interview verriet sie globe-M, warum sie keine Kleidung im Mittelpreissegment kauft und wann sie zum Nerd wird.

 

globe-M: Wann und Warum hast Du angefangen zu bloggen?

Jinna Yang: Ich habe 2009, während meines Abschlussjahres am College, damit angefangen. Blogs wie Lookbook.nu haben mich dazu inspiriert: All diese toll angezogenen Jungs und Mädels und ihre Streetstyles faszinierten mich. Deshalb habe ich am Anfang einfach nur hochgeladen, was ich anhatte. Als ich dann für den Sommer einen Job in New York angenommen habe, war gerade Fashion Week. Ich habe mich in meine erste Modenschau reingeschlichen und seitdem dokumentiere ich, ein Mädchen aus Virginia, mein Leben in Big Apple.

globe-M: Wie hat sich der Blog dann entwickelt?

Jinna Yang: Zuerst ging es hauptsächlich darum, mit alten Freunden in Kontakt zu bleiben, doch als ich angefangen habe, mich mit anderen Bloggern zu vernetzen und Kommentare zu hinterlassen, ist mein Blog stark gewachsen. Ich habe auch viel mit dem Layout experimentiert. Wenn es ums Aussehen meines Blogs geht, werde ich zum Nerd und bastle herum, bis alles passt.

globe-M: Welche Blogs liest du?

Jinna Yang: Ich bewundere im Prinzip jeden, der die Zeit und Mühen für einen Blog aufbringt. Meine Favoriten sind aber Nicole Warne von Gary Pepper Vintage, 5 Inch and Up, ein Blog aus London. The Man Repeller gefällt mir auch sehr gut, weil der Blog so funky ist und sich um New York dreht. Dann sind da noch Margaret Zhang von Shine by Three, die großartige Arbeit mit ihren Fotografien und ihrem Style leistet, und zuletzt, aber nicht minder gut: Fashiontoast.

globe-M: Was hat sich also für Dich verändert, seit Du den Blog hast? Du musst Dich in keine Fashion Shows mehr reinschleichen, richtig?

Jinna Yang: Ja, es hat sich einiges geändert. Vergangenen Winter saß ich zum ersten Mal in der Front Row bei der New York Fashion Week. Als ich herkam, kannte ich niemanden. Ich wollte einen Job in der Mode, fand aber nichts. Der Blog half mir als Ventil, aber vor allem hat er mir geholfen, meine eigene Stimme zu finden und mir die Türen ins Modebusiness zu öffnen. Ich liebe es, all die verschiedenen Menschen zu treffen, die in der Mode arbeiten und meine Leidenschaft dafür teilen. Ganz egal, wie verschieden man sich vielleicht anzieht, spricht, oder aussieht: Mode, und die selben Träume zu haben, verbindet.

globe-M: Ist Mode für Dich etwas Oberflächliches?

Jinna Yang: Ich denke, Mode hat mehrere Dimensionen. Es geht nicht darum, jemanden auf Grund seiner Klamotten zu beurteilen. Mode ist ein Mittel, um mich auszudrücken und ein Lebensstil. Es geht mir darum, kreativ und meine Interessen zu vereinen. Ich fotografiere gerne, mir macht es auch Spaß, mit der technischen Seite des Bloggens zu experimentieren. Also, um es kurz zu machen: Nein, Mode ist für mich nicht oberflächlich.

globe-M: Was macht New York in Deinen Augen so besonders?

Jinna Yang: Die Gegensätze, die New York repräsentiert. In jeder Industrie, sei es Mode, Politik oder Sport, gibt es eine unglamouröse Seite, die man nie zu sehen bekommt. Nach außen hin sieht alles so fabelhaft aus, und das ist es, was das Publikum zu sehen bekommt. Hinter die Kulissen zu schauen ist aber doch das Interessante. Das ist es, was Grease and Glamour ausmacht: Licht und Schatten der Dinge sichtbar zu machen. In New York kann es passieren, dass man in Manolo Blahniks High Heels die notdürftig ausgebesserten Straßen entlang läuft, vorbei an den luxuriösesten Marmoreingängen, und dann sitzt da ein Obdachloser. Was ich sagen will ist: New York ist voller Kontraste, voller Dreck und Schmutz. Ich höre oft, mein Blog sei bi-polar, weil ich an einem Tag teure High-end Labels und am nächsten Tag etwas aus der Altkleidersammlung trage, aber genau das ist auch New York.

globe-M: Was ist Dein Lieblingsort in New York?

Jinna Yang: Ich wohne in Jersey City, deshalb liebe ich die Aussicht auf Manhattan von der anderen Seite des Hudson. In New York liebe ich ein kleines Thai Restaurant namens Qi, an der vierzehnten Straße, zwischen 5th und 6th Avenue: Günstig und super, super gut.

globe-M: Wo kaufst Du am liebsten ein?

Jinna Yang: Ich gehe gerne zu Buffalo Exchange für Vintageklamotten. Außerdem gehe ich zu Bergdorf’s oder Barney’s. H&M ist meine heimliche Liebschaft. Weil ich in Jersey City wohne, passiert es manchmal, dass ich nach der Arbeit nicht mehr heim komme, bevor ich ausgehe. Normalerweise habe ich eine riesige Tasche dabei, in der ich Sachen zum Wechseln habe, aber falls ich spontan ausgehen will, renne ich zu H&M oder American Apparel und kaufe mir schnell etwas passendes. Ich mag high-end und low-end Mode. Das Mittelpreissegment verstehe ich nicht so richtig. Manchmal kaufe ich auch online ein, entweder über Net-a-porter oder bei einem E-shop, den ich vor kurzem entdeckt habe: Style Nanda. Dort gibt es simple Klamotten mit einem gewissen Twist zu günstigen Preisen.

globe-M: Vielen Dank!

Das Interview führte Barbara Russ

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