Chopin-Gesamtwerk – Radikale Seelenmusik

Zweihundertste Geburtstage berühmter Komponisten gibt es zwischen 2009 und 2011 gleich viermal zu feiern. Allen voran ein Musikerquartett, das die Welt veränderte: 2009 Felix Mendelssohn Bartoldi, 2010 Chopin und Schumann sowie 2011 Franz Liszt. Der Pianistenclub München hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, ab dem 1. März 2010 das Gesamtwerk Frédéric Chopins in 14 Konzerten und sechs Spielorten zur Aufführung zu bringen.

Chronologische Chopin-Reihe

Chopins bevorzugtes Instrument ist eindeutig das Klavier. Im ambitionierten Gesamtwerk-Projekt werden allerdings neben allen Klavierwerken und der gesamten Kammer- und Orchestermusik auch kleinere Stücke ohne Opuszahl oder Fragmente zu hören sein. So startet die Chopin-Reihe am 1. März, dem 200. Geburtstag des Komponisten, mit den beiden Eröffnungskonzerten über Werke der Jugendjahre. Weiter geht es mit Chopins Zeit in Polen und Wien, bis hin zu Aufenthalten in Paris und seiner Verlobung mit Maria Wodzinska. Zum Abschluss des ersten Teils der Konzertreihe am 20. März erklingen Werke, die an Begegnungen mit George Sand erinnern.

Ab Herbst – Gesamtwerk Teil II

Der zweite Teil beginnt mit Chopins Todestag am 17. Oktober 2010. Dann werden die Konzerte 8-14 der Konzertreihe zu hören sein, die Chopins Zeit auf Mallorca, seine Lebensgemeinschaft mit George Sand, den Kampf mit seiner Krankheit und seinen Abschied zum Leitthema haben. Spielstätten werden neben dem Gasteig und der Seidlvilla, die bereits im ersten Gesamtzyklusteil genutzt wurden, diesmal auch das Steinway-Haus, das Cuvillés-Theater und die Kaulbach-Villa sein.

Informative Erlebniskonzerte

Alle Konzerte sind aufwändig moderiert, so dass die Besucher viel Wissenswertes und Hintergründiges aus Chopins Leben und der Entstehungsgeschichte der aufgeführten Werke mitnehmen können. Aber auch die Lebensläufe der vortragenden Musiker sind spannend. Einige sind noch an der Hochschule für Musik in verschiedenen Meisterklassen eingeschrieben, andere konzertieren bereits in Solo- oder Orchesterkonzerten und wieder andere sind als Musikpädagogen erfolgreich.

Anliegen des Pianistenclubs

Die romantische Idee eines Musiksalons stand im Vordergrund, als sich 1997 der Pianistenclub München e.V. mit 30 aktiven und 14 jungen Pianisten gründete. Abseits von branchenüblichen Konkurrenzgedanken sollte ein Raum geschaffen werden, in dem ungewohnte Ideen und ausgefeilte Konzertprogramme erlebbar werden können. Auch jungen Pianisten werden dabei schon früh Auftrittmöglichkeiten geboten. Besonders beliebt bei Besuchern ist die Verknüpfung von Musik mit anderen Medien, wie es bei dem Multimediaprojekt „Chopin-Winter auf Mallorca“ oder bei Lesungen aus dem Roman von George Sand geplant ist.

http://www.pianistenclub.de

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