Christina Stürmer in Nahaufnahme

Christina Stürmer

Mit mehr als 1,5 Millionen verkauften Tonträgern gehört Christina Stürmer zu den großen deutschsprachigen Künstlern. Ihr aktuelles Album "Nahaufnahme" stieg direkt auf Platz 7 in die deutschen Albumcharts ein.

Globe-M: Wie fühlt sich das an, nach eineinhalb Jahren wieder ein Album zu veröffentlichen?  

Christina Stürmer: Sehr gut natürlich. Meine Band und ich sind rundum glücklich und wir freuen uns vor allem schon auf die anstehende Clubtour im Dezember.



Globe-M: Bist Du nach den eher verhaltenen Kritiken zu „In dieser Stadt“ nervös, wie Dein neues Album beim Publikum und den Kritiker ankommen wird? Und bist Du mit dem bisherigen Feedback zufrieden?

Christina Stürmer: Klar ist man aufgeregt, wenn man ein neues Album am Start hat. Das ist aber eher eine freudige Erwartung. Wir sind vollkommen zufrieden mit unserem Werk und daher kann uns sozusagen nichts passieren. Bei unserem letzten Album „In dieser Stadt“ waren die Kritiken eher verhalten – ja... aber wir fanden und finden das Album nach wie vor sehr gelungen. Geschmäcker sind eben verschieden und mir war es schon immer wichtig, dass ich die Songs gut finde, dann sind auch verhaltene Kritiken nicht so schlimm.

Globe-M: Gibt es Unterschiede zu den Alben davor (im Umfeld gab es ja schon einige Umstrukturierungen)?  Hat sich dadurch die Arbeitsweise geändert?

Christina Stürmer: Ja, mit neuen Menschen im Boot kommen auch neue Ideen. Ein neuer Produzent, ein neues Studio, ein neuer Gitarrist – das hat einiges verändert ... aber es war eine Wahnsinnszeit im Studio. Es hat so viel Spaß gemacht und war sehr entspannt. Diese ganzen Einflüsse hört man auch in den Songs.



Globe-M: Was ist denn der spannendste Moment für Dich im Gesamtprozess einer neuen Veröffentlichung?

Christina Stürmer: Das ist schwer zu sagen. Mit jeder Phase kommen neue spannende Momente, langweilig ist es eigentlich nie. Aber ganz besonders spannend ist es für mich, die neuen Songs das erste Mal live vor Publikum zu präsentieren. Spätestens da weiß man, wofür die ganze Arbeit gut war.

Globe-M: Was steckt hinter dem Titel "Nahaufnahme"?

Christina Stürmer: In den neuen Songs zeigen wir unsere Gefühle und sagen unsere Meinung zu verschiedenen Themen. Man lernt mich beziehungsweise uns auf alle Fälle besser kennen. Daher finden wir den Titel „Nahaufnahme“ einfach treffend.

Globe-M: Du hast meiner Meinung nach ein vielseitiges Album aufgenommen. Rocksongs und Balladen wechseln sich ebenso ab wie Lebensfreude und Melancholie. Siehst Du Dich eher als „Schmusesängerin“ oder „Rockröhre“? Warum?

Christina Stürmer: Ich bin weder vollkommen das eine noch das andere. Dass man nicht immer das Gleiche fühlt ist ja genau das, was einen Menschen ausmacht. Und diese verschiedenen Gefühle können mit der Musik hervorragend auf unterschiedliche Weisen zum Ausdruck gebracht werden.

Globe-M: Du warst 2002 Zweite in der Österreichischen Talentshow „Starmania“. Bis heute gibt es - zumindest in Deutschland - jedes Jahr diverse Casting-Shows. Der Erfolg der Bands oder Musiker bleibt aber meistens auf eine sehr kurze Zeit beschränkt. Kannst Du Dir erklären, warum Du seit fast acht Jahren erfolgreich Musik machst, wohingegen die meisten Kolleginnen und Kollegen schnell wieder in der Belanglosigkeit verschwinden?

Christina Stürmer: Als ich an Starmania teilgenommen habe, waren Casting-Shows noch nicht annähernd so populär wie heute. Somit hab ich damals ohne Erwartungshaltung mitgemacht. Diese Ahnungslosigkeit hat mich sehr entspannt gemacht und hat sicher seinen Teil dazu beigetragen.
 


Globe-M: War es für Dich eher ein Fluch oder ein Segen, dass Dein Name erstmalig durch eine Casting-Show bekannt wurde?

Christina Stürmer: Damals war das für mich überhaupt nicht negativ und ich habe ja auch freiwillig daran teilgenommen. Trotzdem bin ich froh, dass ich mich von diesem Image lösen konnte und meinen eigenen musikalischen Weg gehen kann. 
 

Globe-M: Was viele unserer Leser nicht wissen ist, dass Du mit 13 angefangen hast Saxophon und Querflöte zu spielen. Später hast Du auch in einer A-cappella-Band gesungen. Du bist musikalisch also recht vielseitig aufgestellt. Wo siehst Du Deine Einflüsse, und wann hast Du für Dich entschieden, dass Du von der Sparte Jazz, a-cappella in Richtung Mainstream wechseln möchtest?

Christina Stürmer: Ich hab als 13-jährige in einer Kinder-Big-Band gespielt. Das war aber allgemein aus Freude an der Musik. Ehrlich gesagt hab ich mich damals nicht wirklich zum Jazz hingezogen gefühlt – es waren eben meine Freunde in der Band und es hat einfach Spaß gemacht. Als Teenager merkte ich dann, dass mir deutschsprachige Musik immer mehr und mehr gefällt. „Sportfreunde Stiller“, „The Wohlstandskinder“, usw. Naja – und dann wollte ich es selber machen!



Globe-M: Letzte Frage. Wir sind ein Kulturmagazin. Inwiefern hat für Dich die heutige Popmusik noch etwas mit Kultur zu tun, und wie würdest Du den Kulturbegriff für Dich definieren?

Christina Stürmer: Natürlich ist die Popmusik ein wesentlicher Bestandteil der Popkultur...

Globe-M: Wie danken Dir für das nette Gespräch.

Offizielle Homepage von Christina Stürmer

Foto: Erik Weiss
 

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