Die Simpsons sind die beliebteste Fernsehfamilie der Welt und auch nach 21 Jahren haben sie nichts von ihrem beißenden Witz verloren. Neben dem anarchischen Humor und den Slapstick-Einlagen lieben die Fans der Serie vor allem die Zitate und Anspielungen, die das postmoderene Serienuniversum ausmachen.
Das Buch Die Simpsons und die Philosophie setzt nun das Leben in Springfield und seine Einwohner in Zusammenhang mit den wichtigsten philosophischen Theorien.
Nietzsche, Kant, Homer und Co.
In elf Essays werden so essentielle Fragen geklärt wie: „Warum wird Mr. Burns niemals glücklich werden?“, „Welche aristotelischen Tugenden verkörper Homer?“ oder „Was würde Roland Barthes zu den Simpsons sagen?“. Die teilweise trockenen philosophischen Ausführungen werden dabei an konkreten Beispiel-Folgen veranschaulicht.
Neben dem beliebten Haudrauf-Humor besitzt die Serie genug intellektuelles Potential um einer solche Diskussion standzuhalten. Sie kann sogar als Vehikel gesehen werden, um philosophische Themen für ein größeres Publikum aufzuarbeiten.
Karl Marx und die Simpsons
Kapitalismuskritik bei den Simpsons? Aber ja, und zwar durch subversiven Humor. Nirgends werden Kommerz, Heuchelei, Gewalt und Vorurteile so bloßgestellt. Homer Simpson dient oft als abschreckendes Beispiel und verkörpert die amerikanischen Gesellschaftszustände. Damit werden dem Zuschauer diese Gegebenheiten vor Augen geführt und er kann davon Abstand nehmen. Durch das Lachen über solche Szenen und damit durch Intelligenz, Bewusstsein und Distanz ist es möglich, den herrschenden Ideologien zu widerstehen. Die mit dem kapitalistischen Wettbewerb einhergehende Stereotypisierung wird dadurch, dass einfach alles und jeder lächerlich gemacht wird, vorgeführt. Es wird davor gewarnt, pauschalisierte Denkmuster zu übernehmen.
Das Essay Ein Marxist in Springfield (Karl, nich Graucho) von James M. Wallace gehört zu den besten des Buchs, da es nicht nur einen Bezug zu den Simpsons herstellt, sondern auch gesellschaftliche Zusammenhänge verdeutlicht.
Einigen anderen Texten fehlt diese Verbindung zum „richtigen Leben“, was sie ein wenig eintönig macht. Überhaupt ist zu betonen, dass das Buch vor allem für Simpsons-Fans geeignet ist, die sich für Philosophie interessieren oder für Hobby-Philosophen, die Die Simpsons mögen. Diese Voraussetzungen sollten gegeben sein, dann steht einem oft unterhaltsamen und erkenntnisreichen Lesevergnügen nichts mehr im Weg.
Tropen Verlag
2007, Auflage 5, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
Übersetzung aus div. Sprachen, Nikolaus de Palézieux
ISBN: 978-3-608500-97-4
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Kommentare
Die Simpsons sind die
Die Simpsons sind die Größten! (-: