Unter dem Namen "Deep Kennedys" veröffentlichten Ralf Odermann und Krischan Wesenberg - beide keine unbekannten in der hiesigen Clubszene - jüngst ihre erste House-EP "I do (anything I wanna do)". Im Interview spricht Odermann über die neue Platte und die Zukunftspläne des Duos.
Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Dir und Krischan?
Ralf Odermann: Wir waren in den 90ern beide DJs im Bochumer Club Planet, haben damals schon gemeinsam Musik produziert und eine erste 12“ unter dem Projektnamen „Bikini Machine“ veröffentlicht. Leider hat’s damals mit der Weltherrschaft noch nicht so richtig geklappt, stattdessen haben wir uns erst mal aus den Augen verloren. 2006 etwa trafen wir uns dann wieder, in der Goldkante übrigens. Seitdem arbeiten wir wieder zusammen, jetzt als „Deep Kennedys“, denn inzwischen ist eine französische Rockband unter unserem alten Namen ziemlich erfolgreich.
Der Name Deep Kennedys verweist auf einen Bezug zum Punkrock, der ja zumindest bei Dir gegeben ist – ist das ein reines Wortspiel, oder gibt es auch in Eurer Arbeit irgendeinen Bezug dazu?
Ralf Odermann: Klar ist es zunächst mal nichts als ein Wortspiel. Aber wenn du möchtest, kannst du darin gerne den „anyone can do it“-Approach des Punk Rock sehen. Damals brauchte man eine Gitarre und drei einfache Akkorde, um eine Band zu gründen, heute einen Computer und ein bisschen geklaute Software.
Die EP klingt sehr soulig und deep, groovt aber auch – ist sie für dich eher eine Platte für zu Hause oder auch für den Club geeignet?
Ralf Odermann: Wir machen da keinen Unterschied. Klar sollte es auf dem Floor funktionieren, aber du sollst auch zu Hause Spaß dran haben. Ich zum Beispiel habe ständig Clubmusik – meistens DJ-Mixes – laufen, bei der Arbeit, beim Spülen, beim Kochen. Was aber nicht heißen soll, dass ich nichts anderes höre.
Wie fiel die Entscheidung, die EP beim Online-Label ISENDIT als Download zu releasen?
Ralf Odermann: Das war ganz einfach. Ich habe eine der Nummern auf Facebook gepostet, wo sie Modern Walker, dem Mann hinter ISENDIT, auffiel. Der hat uns dann gefragt und wir haben sofort ja gesagt. Langfristig würden wir schon gerne auf einem Label releasen, das auch Vinyl macht, aber momentan ist ISENDIT das Beste, was uns passieren konnte.
Besonders in Essen geht momentan in Sachen elektronischer Musik einiges – wie schätzt Du die Szene hier ein und versteht ihr Euch als Teil davon?
Ralf Odermann: Ich habe größten Respekt für die Sachen, die Manuel Tur, Dplay und Langenberg auf Mild Pitch und auch auf anderen Labels machen. Sie und die Farside Crew um Ingo Sänger und Herb LF haben den Ruhrpott wieder auf die Landkarte avancierter Clubmusik gebracht und finden völlig zu Recht weltweite Anerkennung. Das gleiche gilt meiner Meinung nach für die Homewreckers, bei denen auch Krischan involviert ist. Sicher sehen wir uns als Teil dieser Szene, wir kommen aus Bochum und Gelsenkirchen, wir kennen einander alle, aber natürlich können wir mit den Erfolgen der anderen noch längst nicht mithalten und reihen uns gerne erst mal hinten ein.
Was sind Eure Pläne für die nächste Zeit, wird es weitere Releases oder Liveauftritte geben?
Ralf Odermann: Wir arbeiten fleissig an neuen Tracks, Krischan hat mit den Homewreckers ein paar Sachen auf Lager, die echt Aufsehen erregen werden, ich plane ein paar Parties mit Guy Dermosessian vom Funkloch und ja, irgendwann könnte es die Deep Kennedys auch live geben.
Text: Sven Stienen
Weiterführende Informationen:
Link zur Musik der Deep Kennedys
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