Im Porträt: Der mairisch Verlag Hamburg/Berlin

Die marisch Verleger

Globe-m stellt vor: Die wichtigsten deutschsprachigen Independent-Verlage. Diesmal: Der mairisch Verlag aus Hamburg/Berlin

 

Was macht eigentlich einen jungen Verlag aus?
Gibt es ihn noch nicht lange? Sind die Autoren und Verleger jung? Sind die Bücher für eine "jüngere Zielgruppe"? Oder sind es die Verlage, die auf der Leipziger Buchmesse in der Halle 5-E200, auf der Leseinsel der jungen Verlage, ausstellen und am 19. März auf der Party der jungen Verlage in der Alten Hauptpost ihre Leser und Autoren tanzen lassen?

Ein junger Verlag?

Das alles trifft mehr oder weniger auf den mairisch Verlag zu. Die mairisch Verleger Blanka Stolz, Peter Reichenbach und Daniel Beskos  gründeten den mairisch Verlag 1999 in der hessischen Provinz und zogen von da nach Hamburg und Berlin. Vorher hatten sie schon etliche Lesungen auf ihrer Vita stehen.

Der Name bleibt im Gedächtnis

Ähnlich wie bei vielen Indie-Bands gibt es einen Namensfindungsmythos. Die drei Verlagsgründer sind in dem selben hessischen Dorf aufgewachsen, dort wurden sie des Öfteren von ihren Großeltern zum Unkraut jäten geschickt - und Unkraut heißt auf hessisch mairisch.
Mit Provinz und Unkraut hat der Verlag allerdings nicht viel zu schaffen. Man kann von drei Verlagsschwerpunkten bei mairisch sprechen: Junge Literatur, freie Hörspielszene und Lesungen. Mit ihren Autoren Michael Weins, Andreas Stichmann und vor allem Finn-Ole Heinrich haben die Verleger drei junge Autoren entdeckt, die als vielversprechende Talente im deutschen Literaturbetrieb gelten.

Kleines Programm

24 Bücher und Hörspiele, davon einige Anthologien, sind bisher aus dem Hause mairisch zu haben. Fast schon Pionierarbeit hat der Verlag besonders im Bereich des Hörspiels geleistet mit den Anthologien Pressplay 1 und 2. Jeweils 20 Hörspiele der Freien Szene sind auf jeder der MP3-CDs vertreten - die Anthologien zeigen damit das breite Spektrum einer Szene auf, von der die meisten gar nicht wussten, dass sie überhaupt existiert. Hörspiele, das war für viele bis vor kurzem noch ein Relikt aus den 50er Jahren oder nur auf Europa-, Ariola- oder Karussellkinderkassetten vertreten. Dabei gibt es gerade im deutschsprachigen Raum eine überaus lebendige und künstlerisch ambitionierte Hörspielmacherszene.

Leipziger Buchmesse

Vom 18. bis zum 21. März präsentiert sich mairisch nun gemeinsam mit 24 anderen jungen Verlagen auf der Leseinsel in der Halle 5 auf der Leipziger Buchmesse. Und auch auf der Party der jungen Verlage werden die Verleger und Autoren von mairisch mit dabei sein. Doch das ist bei mairisch nicht das, was einen jungen Verlag ausmacht. Es ist das inhaltliches Profil. Und das erliest und erhört man sich am besten selbst.

www.mairisch.de

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