Lost in Lijiang

Honig live

In China essen sie Hunde?! Oder sie begeistern sich für junge deutsche Musiker. Stefan Honig tourte sechs Wochen mit seiner Band durch die Volksrepublik – mit Erfolg.

Globe-M: Hallo Stefan, Du warst im vergangenen Jahr mit Deiner Band »Honig« in China auf Tour. Wie muss man sich die Planung einer Tour nach China vorstellen?

Stefan Honig: Ich hab es mir sehr schwierig vorgestellt und ehrlich gesagt nicht daran geglaubt nach China zu fliegen, bis wir wirklich dort waren. Aber dann lief alles sehr relaxt und unbürokratisch. Die Tour wurde von einem lokalen Veranstalter aus Xian gebucht und zwischendurch haben wir immer wieder Menschen kennen gelernt, die uns zusätzlich weitere Auftrittsmöglichkeiten besorgt haben. So haben wir die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. Vom großen Festival bis hin zum Auftritt im Waisenhaus.
 
Globe-M: Gab es Probleme mit der Staatsmacht?

Stefan Honig: Man darf nicht vergessen, dass China ein Land ist, in dem fürchterliche Misstände herrschen, was die Menschenrechte angeht. Wir sind allerdings in den sechs Wochen nicht einmal in eine unangenehme Situation gekommen. Weder mit der Staatsmacht noch mit den Einheimischen. Mein Eindruck von China ist ein sehr positiver.
 
Globe-M: Ihr habt parallel einen Blog geschrieben. Wurde dieser zensiert? Konntet Ihr das Internet frei benutzen?

Stefan Honig: Unseren Blog hat ein Freund von hier aus geführt. Die Adresse war von Anfang an geblockt. Viele Seiten sind im chinesischen Netz nicht erreichbar. Aber es gibt Wege diese Blockaden zu umgehen.

Globe-M: Du bist seit Jahren in Deutschland unterwegs. Gibt es Unterschiede zwischen dem chinesischen und dem europäischen Publikum?

Stefan Honig: Die Chinesen waren sehr interessiert an Autogrammen und Fotos. Man wird - auch weil man aus Europa kommt - mit ganz anderen Augen und Ohren wahrgenommen als das hier der Fall ist. Hier gibt es jede Woche 50 Konzerte. Da wo wir gespielt haben, war es etwas ganz Besonderes für die Leute. Das hat man total gemerkt.

Globe-M: Ihr habt sicherlich auch viel vom Land gesehen. Was hat Dich am meisten beeindruckt?

Stefan Honig:
Wir waren in sehr vielen großen Städten. Diese Masse an Menschen, Autos und Hochhäusern war stellenweise erdrückend. Dann wieder Zugfahrten durch wunderbare Landschaften und die traditionellen chinesischen Gebäude, die man aus Kung-Fu Filmen kennt. Einfach sehr anders und sehr fesselnd! Ich muss auch das Essen erwähnen! Alle haben uns im Vorfeld gewarnt, aber es war einfach nur super! Natürlich gibts ein paar Sachen., beispielsweise Hühnerfüße, die man nicht zwingend testen muss. Es gibt aber auch super viel richtig leckere Sachen. Ich dachte, ich nehme in den sechs Wochen Tour ab, bin am Ende aber vier Kilo schwerer nach Hause gekommen. Und unser Verdauungssystem hat sich auch zu keinem Zeitpunkt beschwert (lacht Anm. d. Red.).

Globe-M: Ihr seid sechs Wochen weg gewesen. War es danach schwer, wieder in den normalen Alltag einzusteigen?

Stefan Honig: Nach den sechs Wochen hatte ich schon ein paar Übergangsprobleme. Das lag aber hauptsächlich daran, dass ich sechs Wochen lang jeden Tag ein volles Programm hatte. Neue Städte, neue Leute, neue Hotels und Konzerte. Der erste Sonntag wieder in Deutschland war unglaublich langweilig!

Globe-M:
Wie sehen Deine Pläne als Musiker für das Jahr 2011 aus?

Stefan Honig: Ich werde eine neue EP aufnehmen, ein Album vorbereiten, Live spielen und vielleicht eine feste Live-Besetzung für Honig finden! Obwohl alleine spielen ja auch seinen Reiz hat, vermisse ich meine ehemalige Band (Benevolent, Anm. d. Red.) doch ein wenig.

Globe-M: Wir danken für das Gespräch.

Weitere Informationen:

Offizielle Homepage des Künstlers

 

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