Peter Eötvös Uraufführung im Nationaltheater

Treppeninstallation von Ilya Kabakov

Der Medienrummel war groß zur Uraufführung von Peter Eötvös’ siebter Oper „Die Tragödie des Teufels“ an der Bayerischen Staatsoper München. Zwei Orchester, zwei Dirigenten, 13 Solisten, Chor und Statisten. In nüchternen Zahlen betrachtet, hält sich die Uraufführung im Rahmen – vor allem im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Opern.

Große Effekte zu schaffen, liegt dem 1944 in Transsylvanien geborenen ungarischen Komponisten Peter Eötvös auch nicht. Viel lieber spielt er mit den humorigen Elementen seiner „komisch-utopischen Oper“, auch wenn die Tragödie nicht weit entfernt ist und sich bereits in den Wortlaut des Titels eingeschlichen hat.

Mythischer Stoff - aktualisiert

Grundlage für die Oper bildet das ungarische Nationaldrama „Die Tragödie des Menschen“ von Imre Madách aus dem Jahr 1863, allerdings mit aktueller Sicht auf den Inhalt, basierend auf dem Faust-Stoff. Für den aktuellen Bezug veränderte Albert Ostermaier beispielsweise die mittelalterlichen Kreuzritter in amerikanische Soldaten im Irakkrieg.

Musikalische und szenische Umsetzung

Für den Komponisten, der unter anderem mit Karlheinz Stockhausen und Pierre Boulez zusammen arbeitete, ist „Die Tragödie des Teufels“ seine erste deutschsprachige Oper. Damit der poetische Text deutlich wahrgenommen wird, gibt es im Graben nur ein kleines Ensemble aus Streichquintett, Klavier, Schlagzeuger und einem Akkordeon – das große Orchester befindet sich hinter der Bühne. Die Musik hat komische Züge, ja teilweise Cabaret-Charakter, wodurch Eötvös der menschlichen Wahrheit näher zu kommen glaubt. Als Bühnenbild dient eine treppenartige Installation von Ilya Kabakov.

Kaum Erhellendes von Musik und Regie

Insgesamt fordert dieses Stück, ja überfordert fast. Dem sehr verschachtelten Inhalt kommt die Musik nur selten entgegen, bleibt sehr verschattet. Im Gegensatz zu früheren Stücken des Komponisten, hier kaum melodische oder rhythmische Einfälle, die den Zuschauer packen oder ihm eine Orientierung durch die Handlung geben könnten. Als roter Faden dienen lediglich die drei Sängerinnen der Rumata-Erdgeister. Sie stehen für die Weisheit der Erde und kommentieren alles mit ihrer kosmischen Sicht auf das Geschehen.

Exzellente Darsteller sorgen für Highlights

Sängerisch ist der Abend glänzend besetzt, mit Cora Burggraaf als Eva oder dem Jeriko einer Julie Kaufmann. Und vor allem mit Georg Nigl als Luzifer kommen starke Momente auf, wenn der Bariton jede feinste Nuance seines Mephisto-Liedes lustvoll auskostet. Manchmal wird aber auch gar nicht gesungen, sondern vielmehr auf Tonhöhen gesprochen, wie überhaupt die Grenze zwischen Sprechen und Singen verwischt.
Dem Münchner Premierenpublikum hat es jedenfalls gefallen, auch wenn sich sicher manch einem der Inhalt der Oper nicht näher hat erschließen können.
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Dirigenten: Peter Eötvös, Christopher Ward. Regie: Balázs Kovalik. Installation: Ilya und Emilia Kabakov. Kostüme: Amélie Haas.
Darsteller: Cora Burggraaf (Eva), Ursula Hesse von den Steinen (Lucy), Topi Lehtipuu (Adam), Georg Nigl (Lucifer), Julie Kaufmann (Jeriko), Elena Tsallagova, Heike Grötzinger, Annamária Kovács (Die Rumata), Kevin Conners (Skelton), Christoph Pohl (Strugatzi), Nikolay Borchev (L), Christian Rieger (Arkanar), Wolfgang Bankl (Boris)

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