Liebhaber der Pop Art-Kultur kommen in der Villa Stuck auf ihre Kosten. Unter anderem widmet sich dort eine Ausstellung dem kalifornischen Künstler Mel Ramos. Dieser wurde Ende der 60er Jahre mit „Commercial Pinups“ berühmt. Seit einer Einzelausstellung in der New Yorker Bianchini-Gallery 1964 gilt er als einer der Hauptvertreter der Pop Art.
Geburtsjahr und Jubiläum
Anlass der Retrospektive ist der 75. Geburtstag des Künstlers sowie das über 50-jährige Bestehen der Pop Art-Bewegung. Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt seines Lebenswerks und umfasst vorrangig Gemälde, aber auch Entwurfsskizzen und Skulpturen. Frühe Gemälde lösen sich mit figurativen Darstellungen vom abstrakten Expressionismus. Zu sehen sind aber auch seine Darstellungen von Comic-Helden, die Serie „A Salute to Art History“, in der er Aktbilder klassischer Meister mit dem Sexappeal der Pop-Kultur auflädt, oder Bilder der kalifornischen Landschaft. Auch seine neuesten Arbeiten, etwa die Serie »Artist's Studio«, in denen er das inzwischen klassisch gewordene Sujet des Pin-up-Girls wie zuvor die klassischen Aktbilder zitiert, sind vertreten.
Mel Ramos‘ künstlerisches Arbeiten
Die Kultur Kaliforniens, dessen Lebensart und Landschaft prägte den Künstler wesentlich. Hier ist er geboren und aufgewachsen, und hier lebt er auch heute noch die meiste Zeit des Jahres. Wie viele junge Künstler begehrt Mel Ramos nach Abschluss seines Studiums gegen akademische Strömungen auf. In der Hinwendung zur Populärkultur findet Ramos seinen Weg, der ihn bald zum Durchbruch als Pop Art-Künstler führt. Von 1963 an stellt er zusammen mit Roy Lichtenstein und Andy Warhol in New York aus. Im Nachkriegsdeutschland galten seine Bilder lange als schmuddelig, in den USA dagegen wird honoriert, dass er die Kunstgeschichte des Aktbildes in das 20. Jahrhundert fortschreibt.
Die Villa Stuck als Künstlervilla
Das übergreifende Prinzip des Hauses ist das „Gesamtkunstwerk, in dem sich Leben, Architektur, Kunst, Musik, Theater und Narzissmus zu einem ästhetischen Amalgam verdichten“. Die Villa Franz von Stucks wurde von seinen Zeitgenossen als eine moderne, wenn auch eigenwillige Sensation gefeiert. Und schon kurz nach seinem Tod im Jahr 1928 entstand der Gedanke, seine Villa in ein Museum zu verwandeln. Aber erst Mitte der sechziger Jahre wurde das Haus auf Initiative des Münchner Architekten Hans-Joachim Ziersch Instand gesetzt und als Museum eingerichtet. Heute beherbergt die Villa neben den historischen Wohn- und Atelierräumen Franz von Stucks auch Räume für unterschiedliche Sonderausstellungen.
Villa Stuck Prinzregentenstraße 60 81675 München Tel.: 089-455551-0 villastuck@muenchen.de
Mel Ramos. 50 Jahre Pop Art 25. Juni bis 3. Oktober Dienstag bis Sonntag, 11-18 Uhr