Exotik des Orients - auf dicken, weichen Kissen liegen, würzig-fruchtige Gerüche einatmen und das Blubbern der Wasserpfeifen im Ohr. Bei einem echten arabischen Abend dürfen die bunten Shishas, auch Hubbly Bubbly genannt, nicht fehlen.
Shisharauchen im Orient
Anders als in Europa ist die Wasserpfeife kein Trend, sondern gehört zur Alltagskultur und wird regelrecht zelebriert. In jedem arabischen Restaurant gehört sie dazu wie der Nachtisch zum Essen. Oft wird dabei Tee getrunken, um den Geschmack im Mund wieder zu neutralisieren. Zudem sind es nicht nur ältere arabische Männer, die an den Schläuchen saugen – längst haben auch Frauen die Lust am kühlen Rauch entdeckt. Wer bestellt hat die Qual der Wahl. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Geschmackssorten wie Minze, Melone, Erdbeere, Pfirsich oder Kirsche, wobei in Arabien Apfel oder Traube am beliebtesten sind.
Einfacher Mechanismus
Im Grunde ist das Gerät in seiner Einfachheit genial: Es besteht aus einem mit Wasser gefülltem Gefäß, einem Tabakskopf und einem Schlauch samt Mundstück aus Plastik. In den Kopf werden einige Gramm feuchten Tabaks eingefüllt, mit Alufolie abgedeckt und darauf glimmende Kohlenstücke gelegt. Durch kräftiges Saugen am Schlauch, entsteht ein Unterdruck im Wassergefäß, der den Rauch ins Wasser und durch den Schlauch zieht. So erklären sich das Blubbern und der kühle Rauch.
Import aus Indien
Wo und wann die Wasserpfeife erfunden wurde, ist nicht ganz geklärt. Nur eines steht fest, in Arabien jedenfalls nicht. Offenbar ist Indien das Ursprungsland. Dort hat man sich schon im 3. Jahrhundert zum Rauchen von Heilkräutern ähnlicher Einrichtungen bedient. Erst im 16. Jahrhundert hat die Shisha das Osmanische Reich erreicht und ganz Arabien im Sturm erobert. Spezielle Läden bieten ein riesiges Sortiment an Pfeifen an, die je nach Qualität zwischen 10 und 300 Euro kosten.
Spezielle Tabakrezepte
Kenner geben für geheime Tabakmischungen und Rezepte viel Geld aus – die Qualität des Tabaks ist sehr entscheidend. Es handelt sich um eine hässliche Tabakmelasse, die mit Aromen und Glycerin vermischt wird, damit sie feucht bleibt. In Deutschland sind solche Mischungen verboten. Die Tabakverordnung von 1977 sieht bei Tabak nur einen Befeuchtungsgrad von bis zu fünf Prozent vor. Deshalb gibt es eigens produzierte Wasserpfeifenmischungen für Deutschland, die die arabische Qualität aber nie erreichen können.
Die Lust am Risiko
Die Raucher sprechen über vieles, aber nicht über die Risiken. Durch das nette Blubbern werden die Schäden für die Gesundheit oft unterschätzt. Es heißt, dass die giftigen Schadstoffe durch das Wasser herausgefiltert würden. Eine Studie kam indessen zum Ergebnis, dass die Risiken kaum geringer als beim Zigarettenkonsum sind. Man nehme sogar noch mehr Nikotin auf und die Suchgefahr sei etwa gleich hoch. Dennoch sollen weltweit 100 Millionen Raucher am Schlauch hängen. In Arabien ist es jedenfalls nach wie vor eine Frage der Gastfreundschaft, bei traditionellen Feiern und Festen kunstvoll verzierte Wasserpfeifen kreisen zu lassen.
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