Tokyo hat viele spannende Gesichter, aber die japanische Metropole ist weit weg. Zu weit, wie viele Vorurteile und Klischees zeigen, denn für manche ist sie lediglich die Stadt von Karaoke, Automaten und gebrauchter Mädchenunterwäsche. Mit der Veranstaltungsreihe „Urban Vision“ versucht die Pasinger Fabrik ein authentisches Bild der Millionenmetropole zu vermitteln.
Festivalreihe zu Kulturregionen
Unter dem Titel "Urban Visions - Tokyo" setzt die Pasinger Fabrik ihre Reihe mit Festivals zu europäischen und außereuropäischen Kulturregionen fort. Nach Neapel, Russland und Andalusien steht nun die japanische Metropole Tokyo im Zentrum des Interesses. Veranstaltet wird das Festival in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, der Münchner Volkshochschule, Stadtbereich West und der Münchner Stadtbücherei Pasing.
Vielfältiges Programm
Im Mittelpunkt der japanischen Veranstaltungsreihe steht die Ausstellung „Tokyo Mangekyo“, in der einzelne Künstler ihr ganz eigenes Erleben der Millionenstadt zeigen. Diavorträge, Origami, Workshops und Filme runden das Festivalprogramm ab. Ein Highlight dabei: Die Vorführung des Films "Kirschblüten-Hanami" mit anschließendem Gespräch zwischen Regisseurin Doris Dörrie und Hauptdarstellerin Aya Irizuki.
Die japanische Metropole in Bild, Ton und Tanz
Die Ausstellung von Juko Freudenberg, die selber längere Zeit in Tokyo verweilte, vereint Tanz und bildende Kunst zweier japanischer und einer deutschen Künstlerin, die sich aus unterschiedlichen Positionen dem Stadtraum annähern.
Yuko Kamei studierte Tanz und Kunst. In ihren Fotografien spiegelt sie mit dem eigenen Körper eine architektonische Umgebung wieder. Der künstliche Charakter der brandneuen Vorstädte Tokyos lässt sie beispielsweise auf Stelzen gehen, die anonymen Betonstrukturen der Megacity reduzieren dagegen ihren Körper auf Linien im Raster.
Die japanische Butoh-Tänzerin Aya Irizuki zeigt Fotoaufnahmen und Videomitschnitte ihrer Auftritte. Bei der Ausstellungseröffnung ist eine Performance von ihr zu sehen und an zwei Zusatzterminen zeigt sie mit ihrer neuen Choreografie „swimming into the lungs“ ihre emotionale Tanzwelt.
Simone Kunz dagegen erforscht mit verschiedenen Medien Körperlichkeit und Wahrnehmungsstrukturen im urbanen Raum. Sie zeigt reale und imaginäre Bilder der japanischen Metropole auf der Suche nach sinnstiftender Umgebung. Zusätzlich arbeitet sie mit dokumentarisch-experimentellen Videoarbeiten und Installationen.
Pasinger Kulturfabrik
Die Kultur-Fabrik liegt direkt am Pasinger Bahnhof und bietet Raum für viele kulturelle Disziplinen, wie Kleinkunst- und Kabarettgruppen, Theaterensembles oder Musiker aller Sparten. Auch vielfach wechselnde Ausstellungen in den großzügig gestalteten Galerien sind ein wesentlicher Bestandteil der Pasinger Fabrik. Nicht zu vergessen die Aufführungen von MÜNCHENS KLEINSTEM OPERNHAUS mit liebevoll-schrägen Inszenierungen des „großen Musiktheaterrepertoires“.
Tokyo - Mangekyo Ausstellung, 23.04 – 30.05
Ausstellung, Galerie 1-3
tägl. außer Montag 16.00 – 20.00 Uhr