Wie Tony Duran sich Unterhaltung für Erwachsene vorstellt, das zeigt seine derzeitige Ausstellung in der Galerie Contributed am Strausberger Platz, in welcher Celebrities und andere Augenweiden in sexy Posen zu sehen sind.
Brad Pitt wird im Schlussverkauf zu 20 Prozent Rabatt angeboten, Beyoncé und JLo räkeln sich auf dem Tisch oder im Bett und Sandra Bullock sitzt wie Jesus beim Abendmahl, verdeckt mit der Hand eine Brust – die beiden Adonisse zu ihrer Rechten und Linken scheint es nicht weiter zu kümmern, sie sind mehr aneinander interessiert. Dies also ist Entertainment mit Erwachsenen für Erwachsene nach Tony Duran.
Stars vor der Linse
Scarlet Johansson, Penelope Cruz, Brad Pitt, Ashton Kutcher, Cindy Crawford, Jessica Alba, Halle Berry, Sharon Stone, Cate Blanchett, Charlize Theron und viele Andere standen bereits vor Durans Linse, um sich ablichten zu lassen. Der aus Winona, Minnesota, stammende Fotograf studierte Medienwissenschaften und Journalistik und hatte nie eine formelle Ausbildung in Sachen Fotografie. Ein Autodidakt also, der bisher für namhafte Magazine wie Elle, GQ, Marie Claire, Rolling Stone und Vanity Fair gearbeitet hat. Zuletzt lichtete Duran nun, nach Peter Lindbergh und Steven Klein, für den Kultkalender der französischen Rugby-Mannschaft Dieux de Stade die knackigen Spieler in dynamischen Posen ab.
Nackte Männer im Fokus
Überhaupt, der trainierte, männliche Körper, übersteigerte Maskulinität, ist ein wiederkehrendes Motiv in der Ausstellung „Adult Entertainment“: In einem Bild beispielsweise liegt ein nackter, athletisch gebauter Kerl im Gras an einer Böschung, die aussieht wie ein Autobahnlärmschutzwall mit einer Mauer oben drauf. Dieser Mann und besonders sein bestes Stück, wirken in diesem monumentalen Umfeld so verloren und klein und dennoch: Der Blick wandert zuerst genau dort hin. Was will dieses Bild?
Die Frage nach der Bedeutung menschlichen Seins aufwerfen möglicherweise, die Frage in den Raum stellen, ob wirklich alles menschliche Schaffen zurückzuführen sein kann auf die Libido (und den Gegenspieler Destrudo), wie die Psychologie behauptet? Ob Kunst nur ein verschobenes Balzritual ist? Ob der Mensch, insbesondere der Mann, das Maß aller Dinge ist, oder es vielleicht nie war? Und dann diese Berühmtheiten, sind die dann das Maß aller Menschen? Diese Fragen muss Jeder für sich selbst klären – am besten vor Ort: