Urahn des Synthesizers

Elektronische Musik ist kein Kind der 70er, 80er oder 90er Jahre. Den Grundstein für die Beats und Loops setzte bereits 1930 der Musiker Friedrich Trautwein mit seinem Trautonium. Im Schwere Reiter München wird das vergessene Instrument jetzt neu belebt.

Zeitreise zu den Ursprüngen elektronischer Musik

81 Jahre ist es her, dass das Trautonium erstmals auf dem Berliner Fest „Neue Musik“ präsentiert wurde. Optisch erinnert das Gerät an eine Schreibmaschine oder an alte Morse-Apparate. Doch trug das Trautonium maßgeblich zur Erfindung der elektronischen Musik bei. Es verbindet drei Größen der Musikgeschichte – den Komponisten Paul Hindemith, den Ingenieur Friedrich Trautwein und den Musiker Oskar Sala. Mit „Wiedersehen in Trautonien“ können Besucher im Schwere Reiter nun eine Zeitreise unternehmen und eine musikalische Schau auf drei nach Originalplänen rekonstruierten Instrumenten erleben. Diesen Nachbauten werden längst vergessene Töne, aber auch moderne Klänge wie zum Beispiel von Kraftwerk oder den Einstürzenden Neubauten entlockt.

Das musikalische Theaterstück

Die Wiedergänger Hindemith, Trautwein und Sala wollen ein großes Comeback-Konzert auf die Beine stellen, aber bereits die Generalprobe stellt sie vor eine außermusikalische Prüfung: Hindemith, dessen Werke 1936 im nationalsozialistischen Deutschland Aufführungsverbot erhielten, kann sich eine „Harmonie der Welt“ im Diesseits nicht mehr vorstellen. Der einzige Ehrgeiz des Filmkomponisten Sala ist es, den perfekten Soundtrack zu liefern. Und Ingenieur Trautwein wittert in Trautonien neue Märkte und Auftraggeber. Doch zum Konzert wird es nur kommen, wenn die drei harmonieren und sich auf eine einzige Interpretation der Wahrheit einigen können.

Die Künstlertruppe

Peter Pichler ist für die Komposition, den Text, die Regie und die Musik zuständig. Mit einer ersten Punkband, mit Projekten in der Theater- und Performanceszene, mit Film- und Fernsehproduktionen oder Multimediaprojekten ist er seit jeher ein Grenzgänger zwischen den verschiedenen Kunstformen.

Katja Huber lebt und arbeitet als freie Autorin und Hörfunkjounalistin in München. Sie hat das Buch zu „Wiedersehen in Trautonien“ verfasst.

Jochen Striebeck als Hindemith, Stephan Zimmer als Trautwein und Ursula Berlinghof als Sala stellen die drei Hauptpersonen des Stückes dar. Alle drei haben ein fundiertes Schauspielstudium in Hamburg, München und Saarbrücken durchlaufen.

Für die Musik zeigen sich neben Peter Pichler auch die beiden Künstler Jan Kahlert und Tsching Krenn zuständig, die bereits Erfahrungen mit internationalen Bands und als Theatermusiker bei freien Produktionen haben.

Die Münchnerin Stephanie Mohr arbeitet seit 1996 als freie Theaterregisseurin und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Josef Kainz Medaille der Stadt Wien und mit dem Nestroy-Preis.

Weitere Informationen

Peter Pichler – Wiedersehen in Trautonien

13. – 15. Mai, 20:30 Uhr

Schwere Reiter

Dachauerstraße 114

80636 München

Tel.: 089/32494270

Mail: info@schwerereiter.de

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