„Du sollst dir kein Bildnis machen“ geistert durch die drei großen monotheistischen Religionen. Sehr unterschiedlich sind dabei aber die Bedingungen, unter denen das Abbildverbot verstanden und durchgesetzt wird. Die Ausstellung zeigt diese Differenzen auf – als Teil der Reihe „Changing views“.
Beitrag der whiteBOX zur Ausstellungsreihe
100 Jahre nach der Ausstellung Meisterwerke muhammedanischer Kunst beschäftigt sich „Changing Views“ in fünf Ausstellungen, einer großen Filmreihe im Stadtmuseum und zahlreichen Lectures ab Sommer 2010 bis Anfang des kommenden Jahres mit Zeugnissen, Fragestellungen und Entwicklungen aus dem Spannungsverhältnis Kultur - Religion. Als erste Ausstellung eröffnet in der whiteBOX „kein Abbild“. Kuratiert von Gotlind Timmermanns, beschäftigt sie sich mit Fragen und Folgen der Bilderverbote.
Religiöse Bilderverbote und zeitgenössische Kunstproduktion
Ziel der Ausstellung ist es die verschwimmenden Grenzen zwischen Symbol, Ikone und Zeichen, zwischen Bilderverehrung, Bilderverweigerung oder Zerstörung, zwischen Ornament und Kalligraphie aufzuzeigen. Dies wird anhand der Differenzen zeitgenössischer Kunstproduktion deutlich gemacht. Wie verstehen und interpretieren Künstler heute Bilderverbote? Gibt es einen produktiven Umgang mit religiös motivierten Bilderverboten? Wohin lenken sie die künstlerische Kreativität?
Bert Praxenthaler befasst sich beispielsweise mit den von den Taliban zerstörten Wandbildern und Statuen von Bamiyan. Mitra Wakil aus Afghanistan interessiert sich für die große orientalische Tradition der Kalligrafie und deren Umsetzung ins Dreidimensionale. Kalligrafie und Arabeske bilden auch die Ausgangspunkte für andere Künstler, die auf ihre eigene Weise versuchen, zwischen Symbol, Zeichen, Ornament und Buchstabe neue Grenzen zu ziehen oder Verbindungen zu schaffen. Aber auch Fragen zu Evidenz und Wahrheitsgehalt des Bildes, zu Bilderflut oder zu Bilderverboten im digitalen Zeitalter werden gestellt.
Zahlreiche Sonderveranstaltungen
Begleitet wird die Ausstellung von einer Fülle unterschiedlicher Sonderveranstaltungen, wie ein Ebru-Workshop, Performances oder Vorträge über ägyptische Portraitmumien, Bilder und Tätowierungen im Islam oder über den Bildersturm. Durch die Ausstellung und das Rahmenprogramm soll ein besseres Verständnis für kulturelle Prozesse und die Kunstproduktion anderer Kulturen angeregt werden.
whiteBOX Grafinger Str. 6 81671 München Do – Fr: 17 – 21 Uhr Sa – So: 15 – 20 Uhr Tel: 089 532 978 29 Email: info@inkunst.de