Botschaft von Irland

Beschreibung: 

Die „Grüne Insel“, so wird Irland häufig genannt. In der Tat bestehen mehr als die Hälfte ihrer fast 85 000 Quadratkilometer aus Wiesen und Weiden. Politisch ist die Insel in die Republik Irland und in das zu Großbritannien gehörende Nordirland geteilt.

Nachweise für eine erste Besiedlung Irlands stammen aus dem 7. Jahrtausend vor Christus. Kelten aus Mitteleuropa erreichten die Insel 500 vor Christus, womit der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit erfolgte.
Anfang des fünften Jahrhunderts nach Christus begann die Christianisierung durch britische Sklaven. Im Jahr 432 soll Papst Coelestin I. den christlichen Missionar Patrick als ersten Bischof Irlands eingesetzt haben. Einer Legende nach bekehrte er die Kelten, indem er die heilige Dreifaltigkeit anhand eines dreiblättrigen Kleeblattes erklärte – bis heute das Symbol Irlands.

Mit der Eroberung durch die Normannen 1169 begannen Jahrhunderte englischer Herrschaft über Irland. Erst der Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten von 1919 bis 1921 endete mit der Gründung einer irischen Freistaats. Allerdings verblieben die überwiegend protestantischen Grafschaften von Ulster im Norden auf eigenen Wunsch bei England. 1949 wurde offiziell die Republik Irland ausgerufen. Im Karfreitagsabkommen von 1998 verzichtete die Republik Irland auf eine Wiedervereinigung mit den nördlichen Landesteilen, was die Beziehungen zu Großbritannien deutlich entspannte.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Irland extrem gewandelt. Das im 19. und frühen 20. Jahrhundert von Hungersnöten und Auswanderungswellen geplagte Land wurde Ende der 1990er Jahre zu einem aufstrebenden Wirtschaftsstandort. Aufgrund der äußerst positiven Entwicklung machte der Begriff des "Keltischen Tigers" die Runde. Doch die Banken- und Finanzkrise trafen Irland besonders hart. Ende November 2010 einigten sich die Finanzminister der Eurozone auf ein 85 Milliarden Euro-Hilfspaket, das die Europäische Union sowie der internationale Währungsfonds (IWF) zur Verfügung stellen.

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Saint Patrick's Cathedral, Dublin © William Murphy
Saint Patrick's Cathedral, Dublin © William Murphy
Dublin's Ha'penny Bridge © William Murphy
Dublin's Ha'penny Bridge © William Murphy
Grand Canal Square, Dublin © William Murphy
Grand Canal Square, Dublin © William Murphy
Clontarf Castle, Dublin © Ivan Walsh
Clontarf Castle, Dublin © Ivan Walsh
Herding Sheep © Stacey Rambling Traveler
Herding Sheep © Stacey Rambling Traveler
Belleek Castle, Ballina County Mayo © Darren Blackburn
Belleek Castle, Ballina County Mayo © Darren Blackburn
Waterways Irelands Dublin Visitor Centre © William Murphy
Waterways Irelands Dublin Visitor Centre © William Murphy
Grand Canal Square, Dublin © William Murphy
Grand Canal Square, Dublin © William Murphy
Dublin Docklands © William Murphy
Dublin Docklands © William Murphy
Cliffs of Moher © Bea
Cliffs of Moher © Bea
Glasnevin Cemetry, Dublin © William Murphy
Glasnevin Cemetry, Dublin © William Murphy
Cobh (Cove) Cathederal © Kao Akana
Cobh (Cove) Cathederal © Kao Akana

VIDEO

Interview mit dem Botschafter von Irland Dan Mulhall

Herr Dan Mulhall

Globe-M: Bitte erzählen Sie uns ein wenig über sich.

Dan Mulhall: Ich bin im Südosten Irlands geboren und habe am University College von Cork studiert. Meine Hauptfächer waren Literatur und Geschichte. Meinen Abschluss habe ich in Geschichte gemacht. Daher schätze ich Berlin sehr, eine Stadt voller Geschichte und absolut faszinierend für einen Historiker. Nach dem Studium trat ich in den diplomatischen Dienst ein, außerdem hatte ich Lehraufträge. Mein letzter Botschaftsposten war in Malaysia. Ich war in Thailand, Vietnam und Laos. Zuletzt war ich in Dublin als Leiter des Referats Europäische Union verantwortlich für die Verhandlungen zu dem Vertrag von Lissabon. Seit Oktober 2009 arbeite ich Deutschland.

Globe-M: Welchen Unterschied sehen Sie zwischen Deutschland und anderen Ländern?

Dan Mulhall: Deutschlands dezentralisierte, föderalistische Struktur ist ein sehr charakteristisches Merkmal. Man kann nicht alles in Berlin machen, man muss nach München, Frankfurt oder Düsseldorf reisen, um bestimmte Sachen zu erledigen.

Globe-M: Was schätzen Sie an der Kultur Irlands und an der Deutschlands?

Dan Mulhall: Deutschlands Vielfalt macht seinen Reiz aus. Die verschiedenen Bundesländer haben eine unterschiedliche, interessante Geschichte, während Deutschland als Nationalstaat eine relativ kurze Geschichte hat. An Irland schätze ich am meisten die Verbindung aus gälisch-keltischer Tradition und englischer Kultur, die sich im 19. und 20. Jahrhundert durchsetzte. Diese Verbindung hat meiner Meinung nach eine spezielle englischsprachige Kultur hervorgebracht. Nur noch wenige Iren sprechen Gälisch als Muttersprache. Trotzdem wollen die Iren die gälische Sprache erhalten. Der kulturelle Hintergrund des Gälisch-Keltischen kommt in unserer Musik und unseren Tänzen zum Vorschein.

KUNST- UND KULTURGESCHICHTE

Kunst und Kultur in Irland

Die irische Kultur ist untrennbar mit Irish Folk verbunden. In fast jedem Pub Irlands treffen sich einheimische Musiker, um gemeinsam alte traditionelle Lieder zu spielen. Bekannt wurde die irische Musik durch ihre typischen Instrumente Fidel, Tin Whistle und Harfe, die heute noch zu ihren Markenzeichen gehören. Eine lange Tradition hat die Verbindung des Irish Folk mit verschiedenen Tanzstilen: ob Stepptanz, Set Dance oder Formationstanz – Tanzen ist in Irland äußerst beliebt.

Doch Irland hat mehr zu bieten als den weltberühmten Irish Folk. Der Inselstaat hat einige weltberühmte Schriftsteller hervorgebracht, wie den Literatur-Nobelpreisträger William Butler Yeats (1865–1939), den Dandy Oscar Wilde (1854–1900) oder James Joyce (1882-1941), dessen Werke Ulysses und Finnegans Wake zu den Meilensteinen der modernen Literatur zählen.

Auch im Bereich der zeitgenössischen Kunst können die Iren auf einen der bedeutendsten Vertreter des 20. Jahrhunderts verweisen. Der am 28. Oktober 1909 in Dublin geborene Maler Francis Bacon wurde vor allem durch seine surreal anmutenden Bilder bekannt, in denen er häufig entstellte menschliche Körper darstellte. Sein Werk „Triptych“ aus dem Jahre 1976 wurde am 14. Mai 2008 bei einer Auktion in New York für mehr als 86 Millionen US-Dollar versteigert.

Das kulturelle Leben Irlands spielt sich hauptsächlich in den Ballungszentren der Insel ab. Die Landeshauptstadt Dublin besticht durch eine sehr vielfältige Musik- und Kunstszene. Auch die Architektur der Stadt bietet einige Highlights. Vor allem die St. Patrick´s Cathedral beeindruckt durch ihre schlichte Schönheit. Benannt nach dem katholischen Nationalheiligen Patrick von Irland wird die größte Kathedrale der Insel ironischerweise von Protestanten genutzt.

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