
Das Königreich Dänemark verbindet Mitteleuropa mit der skandinavischen Halbinsel, ein Drittel seiner Fläche entfällt auf 443 Inseln, von denen 72 bewohnt sind. Das in Ost- und Nordsee verstreute Land ist auf Fähren und Brücken angewiesen; von Brückenschlägen zwischen Europa und Skandinavien hat Dänemark in seiner Geschichte stets profitiert. Über den großen Belt und den Öresund wurden imposante Brücken geschlagen, die die größte Insel (Seeland) mit der Hauptstadt Kopenhagen an das dänische Festland im Westen und an Schweden im Osten anbinden.
Die dritte Anbindung über die „Vogelfluglinie“ zur deutschen Insel Fehmarn war ursprünglich auch als Brücke geplant, inzwischen hat sich das dänische Parlament aus ökonomischen und ökologischen Gründen für einen Tunnel entschieden: Ab 2014 soll der längste Absenktunnel der Welt zwischen Rodby und Puttgarden entstehen, ab 2020 werden Autos und Bahnen durch die 18 Kilometer lange Röhre fahren.
Unter dem Stichwort „Kulturbrücke Fehmarnbelt“ hat das dänische Außenministerium schon jetzt die Initiative ergriffen, um die neue Verbindung auch kulturell fruchtbar zu machen. Mit einer weiten Definition des Kulturbegriffes sollen Projekte gefördert werden, die zum Kennenlernen und zum kulturellen Austausch auf beiden Seiten des Belts beitragen.
Globe-M: Erzählen Sie uns bitte über Ihren Werdegang.
Per Poulsen-Hansen: Ich bin ein klassischer Diplomat. Von der Ausbildung her bin ich Jurist, ich habe aber auch kleine Militärkarriere gemacht, bis zum Oberleutnant. Seit 1973, fast mein ganzes Leben, habe ich im Außenministerium gearbeitet.
Globe-M: In welchen anderen Ländern haben Sie noch gearbeitet?
Per Poulsen-Hansen: Ich war Botschaftssekretär in Moskau, Botschaftsrat und Gesandter in London und Botschafter in Prag. Außerdem war ich vier Jahre lang Stellvertretender Staatssekretär im Büro des Ministerpräsidenten in Kopenhagen, und ich war sieben Jahre Ständiger Vertreter Dänemarks bei der NATO.
Globe-M: Welche Unterschiede sehen Sie für Ihre Arbeit hier im Vergleich zu anderen Ländern?
Per Poulsen-Hansen: Deutschland ist ein Nachbarland. Mit Deutschland hat Dänemark ganz besondere Beziehungen. In Norddeutschland, in Schleswig-Holstein gibt es eine dänische Minderheit. Wir werden Deutschland und Dänemark durch einen Ostsee-Tunnel verbinden, nach den derzeitigen Planungen wird er 2020 fertig. Das ist auch für den Kulturaustausch zwischen beiden Ländern wichtig. Deutschland ist unser größter Handelspartner, unsere beiden Länder verbindet eine intensive Zusammenarbeit im Kulturbereich. Allein unsere Kultur- und Presseabteilung hat fünfzehn Mitarbeiter. Unsere Botschaft in Berlin ist eine der größten dänischen Botschaften überhaupt, größer als die in Washington, Paris oder London.
Dänen und Deutsche pflegen seit je enge kulturelle Verbindungen, die Märchen von Hans Christian Andersen sind bei uns ebenso bekannt wie der Philosoph Sören Kierkegaard. Die Romane von Tina Blixen („Jenseits von Afrika“) oder Peter Hoeg („Fräulein Smillas Gespür für Schnee“) waren auch bei uns Bestseller.